Dons Spielemesse-Nachbetrachtung 2015

Gibt es noch jemanden, der dieses Blog versehentlich oder in nicht enden wollender Hoffnung auf eine Wiederbelebung besucht?
Dann möchte ich nicht weiter stören, sondern nur euch nur mal “kurz” rüber zu meinem Hauptblog (ebenfalls nahezu tot) schicken, wo ich all die 41 Spiele, die ich dieses Jahr auf der Essener Spielemesse (an-)gespielt habe, kurz kommentiere.

Wir sind schwanger – Spiele, in denen es um Nachwuchs geht

Aus aktuellem Anlass präsentiere ich hier heute mal ein paar Spiele, in denen es um Schwangerschaft bzw. Nachwuchs geht, oder zumindest als Rand-Element enthält.
Eignen sich also auch prima als Geschenk-Idee für Schwangere (aber nicht für uns, da wir die Spiele schon alle haben)…

Der Klassiker: Das Spiel des Lebens

Fangen wir mit dem bekanntesten an: Spiel des Lebens von MB.

schwanger_spieldeslebens

Hier spielt man ja ein ganzes Leben durch und da bleiben Kinder nicht immer aus. Als kleine Stecker (wobei “klein” relativ ist, denn die Kinder sind genauso groß wie die Eltern…) wird der Nachwuchs ins Auto gesetzt und fährt dann mit über den Spielplan, bis es am Ende in den verdienten Ruhestand geht.
In der Neuauflage Generation Now sind die Kinder übrigens nur noch digital vorhanden, abgespeichert auf einer Lebenskarte des Spielers. Und damit man auch gleich lernt, was Nachwuchs eigentlich bedeutet, gibt es für jedes Kind zwar 350 Lebenspunkte pro Runde (eine Frau bringt 1.500), dafür kosten sie aber auch immer 10 bis 40% des Einkommens (eine Frau kostet erstaunlicherweise nichts).
Ich selber habe “Generation Now” noch nicht gespielt, man liest aber, dass es strategischer und besser als das Orginal sei und man bedenkenlos zu der Neuauflage greifen dürfte. Ich denk mal drüber nach…


Wie soll es heißen? Wie sind schwanger

Aber werden woir doch etwas konkreter. Bei Wir sind schwanger von Amigo ist der Name schon Programm, das Spiel darf aber auch gerne von Unschwangeren Menschen gespielt werden.

schwanger_wirsindschwanger

Die Spieler werden reihum schwanger (ja, auch Männer) und nun geht es darum, einen Vornamen für das Kind zu bewerten. Dafür wird aus einem riesigen Angebot an Vornamenskarten (allein darum schon eine gute Geschenkidee für Schwangere) per Zufall einer bestimmt (dabei gibt es “normale” Name, die meist auf Karten wie “Die Top-Vornamen aus dem Jahre XXXX”, oder “Die ‘aktuellen’ Top-Vornamen aus dem Land XY” oder sehr sehr ausgefallene (und meist sehr sehr schlimme) Namen, die nach Anfangsbuchstabe sortiert sind). Nun müssen alle Spieler diesen Vornamen (in Kombination mit dem echten Nachnamen des Spielers) mit ihren Karten bewerten. Aus einer großen Auswahl an Kriterien (z.B. “Der Name klingt wie ein Produktname”, “So ein Pech – Erst so ein Nachname und dann auch den Vornamen”, “Diesen Namen kann man gut rufen” oder “Der Name klingt wie aus einer fernen Kultur”) muss jeder Spieler 5 wählen. Dabei ist es dann wichtig, dass man Kriterien wählt, die auch andere Spieler wählen (man darf also mit seiner Meinung nicht alleine stehen), aber nicht solche, die jeder gewählt hat.
Ein sehr spaßiges Spiel, dass man auch ganz ohne Kinderwunsch spielen kann. Mit Kinderwunsch kann es aber gleich noch eine Hilfe sein, wobei der Anteil an abstrusen Namen schon sehr hoch ist…


Sieht ja genau aus wie die Mama: Familienbande

Nun macht der Name ja nur den halben Mensch aus, die andere Hälfte wird durch die Gene der Eltern bestimmt. Doch was bekommt das Kind von wem? Wessen Nase bekommt es, welche Augenfarbe? Eine sehr spannende Angelegenheit, die vom Spiel Familienbande von Winning Moves aufgegriffen wurde.

schwanger_familienbande

Hier geht es grob gesagt darum, einen Stammbaum aufzubauen (bzw. mehrere) und die Erbanlagen der Eltern schön weiterzugeben. Hier gibt es Sachen wie “rote Haare”, “dicker Mund”, “Segelohren” oder “schlechte Augen”. Jedem Spieler wurde am Anfang eine dieser Punkte geheim zugelost und sein Ziel ist es nun, eben dieses Erbgut (unauffällig) voran zu bringen und z.B. möglichst viele Brillenträger auf den Tisch zu bringen. Denn gewonnen hat am Ende der, dessen Merkmal sich am weitesten verbreitet hat.
Auffallend bei diesem Spiel ist, wie hässlich doch die Mehrzahl der Menschen aussieht. Ab und an ist nichtmal genau zu sagen, wer denn nun Mann und wer Frau ist (dafür gibt es dann den entsprechend gefärbten Vorhang an den Seiten). Sehr gruselig. Schult aber, dass man vorsichtig sein muss, ob und mit wem man sein Erbgut teilen möchte ;-)


Wer hat noch nicht, wer will nochmal: Fiese Freunde Fette Feten

Diese Frage muss man sich auch bei Fiese Freunde Fette Feten von 2F-Spiele stellen.
Bei diesem sehr verrückten Spiel geht es (ähnlich wie bei dem Spiel des Lebens) darum ein persönliches Leben durchzuspielen und dabei möglichst viele Lebensziele zu erfüllen. Um diese Ziele zu erfüllen, muss man bestimmte Kriterien (z.B. im Bereich der Gesundheit, Traurigkeit oder Gläubigkeit) erfüllen, wozu man oft die Hilfe anderer Spieler benötigt. Diese nimmt man z.B. mit zu einem Fußballspiel, lernt dadurch neue Freunde kennen, wird weniger traurig und alkoholabhängiger (das gleiche gilt auch für den Spieler den man mitnimmt, ob er will oder nicht). Das ganze geht dann auch noch weiter, so dass man sich auch gegenseitig heiratet, schwängert, voneinander scheiden lässt und so weiter. Eine sehr lustige Angelegenheit, die die mangelnde Spieltiefe absolut vergessen lässt.
Und um zum Thema zu kommen: Es gibt hier natürlich auch verschiedene Wege, an Kinder zu kommen. Einmal in der Pubertät (rote Karte: “Das erste Mal (leider ohne Pille)”) und fünfmal im “normalen Leben” (blaue Karten):

schwanger_fiesefreundefettefeten

Die Karten zu erklären würde den Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Am linken Rand steht, was man für Voraussetzungen man erfüllen muss, um diese Karte nutzen zu können (z.B. muss man bei “saure Gurken essen” einen Freund haben, mit dem man Sex hatte) und unten erkennt man dann, was das für Folgen hat (in dem Beispiel: Man wird dicker und man selbst und der Partner bekommt ein Baby).
Die grünen Karten sind schließlich Lebensziele. Eines bringt einem ein Kind und nur für die Erfüllung eines einzigen Zieles braucht man dann auch mal ein Baby: “Familie”. Gleichzeitig eines der langweiligsten Ziele (es gibt auch Sachen wie “Beziehungskrüppel”, wo man drei gescheiterte Beziehungen braucht und traurig sein muss (und dann noch trauriger wird), oder “Elvis Imitator”, wo man keine Beziehung haben darf, dafür aber fett und alkoholabhängig sein muss um dann auch noch leicht drogenabhängig zu werden).


Als die Kinder noch Mammutfell trugen: Stone Age

Alkohol und Drogen sind Dinge, die es in de Steinzeit noch nicht gab, Kinder hat man aber trotzdem gekriegt. So auch in Stone Age von Hans im Glück.

schwanger_stoneage

Hier geht es beim Nachwuch dann auch nur darum, seine Figurenanzahl zu erhöhen, um in den nächsten Runden mehr erreichen zu können (entweder werden die schnell erwachsen, oder aber Kinderarbeit war damals noch kein Problem). Und um Nachwuchs zu bekommen, muss man nichts weiter tun, als zwei Figuren in (vor) die private Hütte (ich hätte bei der Steinzeit ja eher mit Höhlen gerechnet…) zu stellen. Und schwups, ist das Kind auch schon da.


Jetzt wirds tierisch: Aquaretto

Ähnlich schnell geht es bei Aquaretto (der meiner Meinung nach besseren Version Zooloretto, welches auf dem auch guten Kartenspiel Coloretto basiert) von Abacusspiele, wo man einen Zoo aufbauen muss.

schwanger_aquaretto

Kommen hier zwei zeugungsfähige Tiere unterschiedlichen Geschlechts zusammen in ein Becken (wo immer nur eine Tierart liegt), so gibt es auch sofort Nachwuchs, der ebenfalls im Zoo untergebracht werden muss. Netterweise verzichten die Tiere darauf, den Nachwuchs schon im Transportwagen oder dem Depot zu zeugen…


Alles auf Anfang: Ursuppe

Und wo wir jetzt schon von den Menschen zu den Tieren übergegangen sind, können wir auch noch einen Schritt weiter zurückgehen, zur Ursuppe.
Denn im Spiel Ursuppe von “Spiele von Doris & Frank” geht es darum, mit seinem Amöbenstamm in eben jeder Suppe herumzutreiben, den Genpool zu verbessern und munter immer mehr Amöben in die Suppe zu werfen, die nicht weiter tun, als zu essen, zu kacken und zu treiben (eigentlich wie bei einem ganz normalen Menschenbaby).

schwanger_ursuppe

Hört sich sehr einfach an, ist aber das mit Abstand strategischste Spiel der hier vorgestellten, dauert auch gerne mal 1-2 Stunden, ist diese Zeit aber allemal wert. Ein wirklich sehr gutes Spiel, zu dem man sich auch gleich die Erweiterung kaufen sollte, mit der man das Spiel dann auch zu fünft oder sechst spielen kann. Zudem gibt es dort auch neue Gene.

Kommen wir noch zu zwei Spielen, die ich weder besitze (und auch nicht besitzen will) noch kenne, die ich aber bei Recherchen gefunden habe und hier einfach zu gut reinpassen.


Nur noch 3 Zentimeter: Who’s Having This Baby Anyway?

Das erste nennt sich “Who’s Having This Baby Anyway?” und passt thematisch ideal, hat aber den Namen “Spiel” nicht wirklich verdient. Die zugehörige Webseite hält sich zwar bei den Regeln bedeckt, dem amerikanischen Patentsystem sei dank, kann man die aber online inklusive Materialbeschreibung problemlos nachlesen.
Und das geht dann so: Jeder Spieler sucht sich eine Figur aus und stellt sie auf das Startfeld. Die 5 Kartenstapel werden gemischt und ein Startspieler bestimmt. Und in diesem Moment ist dann auch schon entschieden, wer das Spiel gewonnen hat.

schwanger_usgame

Denn nun deckt reihum jeder Spieler eine Karte von einem der Stapel auf (je nachdem, in welchem Trimester er sich gerade befindet) und liest dann dort nach, wie viele Wochen er weiter vorgehen darf. Gleichzeitig gibt es dann noch eine Information zu wissenswerten Sachen aus dem aktuellen Trimester. Hier mal 2 Beispiele:

Frequent urination is caused by the pressure of the growing baby on the bladder. Mom has such gas, she could be “pull my finger” champion! Blame it on the fresh Vegies and MOVE AHEAD 2 WEEKS.

Dark green, leafy vegetables contain folic acid which prevents birth defects. Dad was kind enough to pick up sparkling grape juice for New Year’s Eve. MOVE AHEAD 2 WEEKS.

So geht das dann bis zur 39. Schwangerschaftswoche, dann geht es zur Entbindung. Hier werden wieder Karten gezogen, nur das man diesmal nicht Wochen vorwärtsrückt, sondern Zentimeter. Hat man eine Öffnung von 10cm erreicht, kriegt man das Baby und hat gewonnen.
Naja. Mag ja lehrreich und lustig sein, aber das hätte man ja auch irgendwie ein wenig besser verpacken können, oder?


Für wen das alles noch zu anspruchsvoll war: Bingo

Nicht viel einfallsreicher ist da das “Storchen-Bingo”, welches man auf einer “Baby Shower”- Party (eine in Amerika übliche Geschenkparty für eine werdende Mutter) spielen soll. Geht halt wie normales Bingo, nur dass auf den Karten Begriffe wie “Rassel”, “Seife” oder “Hebamme” stehen.

Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 3 + Bonusmaterial

Hier nun der dritte und letzte Teil meiner Kurzkritikreihe von der Spielmesse (hier gehts zu Teil 1 und Teil 2). Da die Messe am Samstag irgendwie viel zu voll war (und wir kein glückliches Händchen mehr bei der Spielauswahl hatten), haben wir an diesem Tag den Messebesuch frühzeitig abgebrochen. Irgendwann ist ja auch mal gut…
Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
Alle Links sind übrigens Partnerlinks, d.h. wenn ihr über diese das Spiel kauft, zahlt ihr so viel wie sonst auch, ich selber bekomme davon aber einen kleinen Teil Provision…

Zambezi (Giseh)
Ein ganz merkwürdiges Spiel. Die Grundidee mag ja nicht schlecht sein. Jeder Sieler hat Steine seiner Farbe, die er auf ein Spielbrett (sagen wir ein schmales Schachbrett, 4*8 Felder oder so) setzen darf. Dabei darf man eigene Steine auch auf gegnerische setzen, maximal darf so ein Turm pro Feld aber nur 4 Steine hoch sein. Und wenn man nun (von oben betrachtet, d.h. die Höhe spielt keine Rolle, nur der oberste Stein) ein Viereck mit eigenen Steinen bilden kann, bekommt man dafür Punkte. Einfach, aber langweilig. Darum haben sich die Macher wohl die folgenden Eigenschaften ausgedacht, die das ganze dann vielleicht nicht mehr ganz so langweilig machen, dafür aber einfach nur noch unschön.
Denn die Spielfiguren aller Spieler liegen in einem Beutel, aus dem man jede Runde einen Stein zieht, den man dann setzten muss. D.h. man setzt nicht zwangsläufig einen eigenen Stein, sondern auch öfter mal einen des Gegners. Macht es etwas schwerer (und glückslastiger), sich eine punkteträchtige Kombination aufzubauen. Aber ok, vielleicht gelingt es mir ja doch mal, eine brillante Situation aufzubauen. Dumm wird es dann, wenn ich einen der verschiedenen Spezialsteine ziehe. Da kann es nämlich passieren, dass einfach mal die Spielfarben getauscht werden. D.h. meine mühsam aufgebaute Punktesituation geht an den Gegner über,d er jetzt nur noch “ernten” muss. Ärgerlich und frustrierend. Und da die Steine nicht gleichverteilt kommen, spielt das Ziehglück enorm mit, von Strategie ist kein Funke mehr übrig. Irgendwie ist nix mehr übrig.
Ein ganz merkwürdiges Spiel…
Wertung: 3/10 (eigentlich noch zu hoch…)

Panic Tower (Goliath)
Panic Tower geht ein wenig in Richtung “Jenga”, nur dass man hier nicht ab- sondern aufbaut. In der Mitte liegt ein Plan mit 9 verschiedenfarbigen Grundflächen, auf die 9 Türme gebaut werden. Die Spieler ziehen reihum Karten und müssen deren Aufgaben erfüllen (z.B. 2 große Teile auf den Turm auf der gelben Grundfläche und einen kleinen Teil auf den roten. Oder stelle den kompletten blauen Turm auf den gelben). Mit der Zeit werden die Türme also immer höher, so das es nur eine Frage der Zeit ist, bis alles zusammenkracht. Das kann aber deutlich länger dauern, als man meinen mag, wie auch ein Kameramann feststellen musste, der unseren Turm. Zusammenbruch gerne festhalten wollte und sich dafür dann doch etwas gedulden musste.
Ich mag so Geschicklichkeitsspiele ja und “Panic Tower” macht sicher mehr Spaß als Jenga, welches meiner Meinung nach relativ schnell langweilig wird. Mein Favorit in dieser Kategorie ist aber immer noch die Hamsterrolle.
Wertung: 6/10

Fast Food (Goliath)
Die Spieler decken reihum Hamburger-Zutaten auf, liegen irgendwo zwei gleiche, haut man auf die Glocke und darf es sich nehmen. Klingt nach “Halli Galli” und vielen anderen Spielen. Langweilig…
(In der Kategorie reizt mich nur Snorta (huch, die Deluxe-Version ist ja billiger als das Original…), dass die Glocke weglässt und dafür einiges mehr an Konzentration und Merkfähigkeit verlangt)
Wertung: 2/10

Burger Joint (Abacus)
Mal wieder der Versuch, ein gescheites Zweipersonenspiel an Land zu ziehen, aber auch hier konnten wir nicht überzeugt werden. Zu wenig Interaktion, zu wenig Einfluss, zu wenig Spannung und zu Monoton. Schade…
Wertung: 4,5/10

Die Priester des Ra (Abacus)
Ich kenne das Original “Ra“-Spiel nicht, bei “Die Priester des Ra” handelt es sich aber wohl um eine Neuauflage des alten (von vielen geschätzten) Klassikers, der ein paar Regeländerungen zugeführt wurden, die das ganze wohl noch etwas taktischer machen (z.B. sind manche Versteigerungsplättchen zweiseitig, so dass man sich nach dem Ziehen entscheiden muss, welche Seite man anbietet).
Hier ist unsere Wertung auch nicht wirklich berauschend, aber hier würde ich mal vermuten, dass zwei Spieler einfach die falsche Anzahl war, würde dem Spiel mit mehr Spielern gerne nochmal eine Chance geben.
Wertung: 5/10

Ra – Das Würfelspiel (Abacus)
Ein weiterer Ableger der Ra-Reihe, diesmal ein Würfelspiel, was bei uns auch auf der Wunschliste stand. Aber auch das Würfelspiel konnte uns nicht überzeugen (war echt kein guter Tag, hiernach haben wir dann auch aufgrund der immer voller werdenden Hallen den Messebesuch dann abgebrochen), oft waren die einzelnen Runden viel zu schnell vorbei (hängt von den Würfeln ab), so dass die vielen verschiedenen Wertungssteine kaum bewegt werden konnten, was nicht sonderlich motivierte.
Wertung: 4/10

Bonusmaterial: Süddeutsche Spielemesse

Und da ich am Wochenende noch auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart war, hier auch noch mein Eindruck zu den dort neu kennengelernten Spielen (waren nicht so viele, da auch andere Messen interessant waren und wir uns nicht nur mit spielen beschäftigt haben):

Tac für 6 Spieler
Seit ich die Süddeutsche Spielemesse besuche (dieses Jahr zum dritten Mal) gehört es dazu, dazu, dass ich dort Jan vom Brettspielblog am TAC-Stand treffe und wir dort eben eine Runde TAC spielen.
Es handelt sich grob gesagt um eine Art “Mensch ärgere dich nicht”, nur mit Karten statt Würfel und dass man in Teams spielt. Hätte ich es weniger grob gesagt, wäre euch auch klar geworden, dass das ganze deutlich taktischer und strategischer ist, als mein “Mädn”-Vergleich es glauben lässt. Mehr Infos lest ihr einfach auf der TAC-Homepage nach.
Naja, in diesem Jahr haben wir also mal statt der üblichen 4er-Partie eine 6er-Partie gespielt. Hat mir persönlich nicht ganz o gut gefallen,d a das ganze etwas zäher und weniger plan- und beeinflussbar wird. Immer noch ein gutes Spiel, aber bei dem Preis (die schicken Spielbretter sind halt Unikate) sollte man dann doch zur 4er-Version greifen, die sich wirklich lohnt.
Wertung: 7/10 (die 4er-Version bekäme 9/10)

Die Tore der Welt
Das Spiel zum gleichnamigen Buch von Ken Follet, welches die Fortsetzung zu “Die Säulen der Erde” ist, wozu es auch ein gutes Brettspiel gibt.
Spielerisch (zur Umsetzung des Romans kann ich nichts sagen, habe die Bücher nicht gelesen) erinnert es nicht wirklich an den ersten Teil (aber als Spieler will man ja auch Abwechslung im Spieleregal, weswegen das bitte als Pluspunkt zu sehen ist), grafisch dagegen sehr, was gut ist, denn beide Spiele sehen sehr schick aus.
Worum es in dem Spiel geht, kann ich irgendwie nicht wirklich zusammenfassen, man lebt einfach vor sich hin, muss immer mal wieder ein paar Dinge erfüllen (Steuern zahlen, Fromm genug sein und Nahrung parat haben), verkauft ab und an mal ein wenig Wolle oder Tücher und heilt Pestkranke.
Das Problem ist, dass ich auch im Spiel nie so recht wusste, was ich denn jetzt gerade am geschicktesten mache, die Pflichtabgaben hinderten einen oft daran, nach dem eigentlichen Ziel (den Siegpunkten) zu streben. Aber so muss das sein, eine gute Strategie soll ja nicht offensichtlich sein, sondern muss hart erarbeitet werden. Sehr gelungen finde ich auch den vorher nie gesehenen Mechanismus, dass am Anfang einer Runde immer ein Spieler entscheiden muss, was jeder einzelne Spieler als Einnahme bekommt. Diese Wahl ist natürlich nicht frei, sondern relativ begrenzt, was einen oft in gewisse Konflikte bringt.
Denke mal, das Spiel könnte Weihnachten unter dem Baum auf mich warten ;-)
Wertung: 8/10

Zack & Pack
Ich bin jemand, der gerne Knobelaufgaben macht. Sowas wie Tangram, oder eben das Spiel “Ubongo”. Nun ist es aber so, dass man sowas lernen kann, wenn man es öfter macht (wer öfter IQ-Tests macht, kann das bestätigen) und man daher schnell einen Vorteil gegenüber neuen Mitspielern hat. Ein Grund,w arum ich Ubongo nicht oft auf den Tisch stellen darf…
Auf der Messe wollte ich dann eigentlich Ubongo 3D testen, was der ganzen Sache noch mehr Kniff gibt, aber aus eben diesem Grund hab ich mich dann doch dagegen entschieden und statt dessen das thematisch ähnliche “Zack & Pack” auf den Tisch gestellt.
Der Vorteil hier: Es ist nicht wichtig, wie schnell man die Teile “korrekt” anordnet, hier hat man so viel Zeit wie man möchte. Keine Zeit hat man allerdings bei der Auswahl des Lastwagens, auf dem man seine Ladung (Holzteile mit unterschiedlicher Länge, die einem per Würfel zugewiesen werden) unterbringen muss. Nachdem jeder Spieler seine Ladung erhalten hat, werden gleichzeitig die Lastwagen (mit unterschiedlicher Grundfläche und Beladungshöhe) aufgedeckt und jeder Spieler muss so schnell wie möglich den Wagen nehmen, auf dem seine Ladung am Besten unterkommt. Hier ist eine schnelle Auffassungsgabe, räumliches Vorstellunsgvermögen und Glück von Vorteil.
Der Glücksfaktor ist es nun, der das Spiel bei meinen Mitspielern sicher besser ankommen lassen würde, als es Ubongo tut. Bin aber nicht sicher, wie oft ich mit Zack & Pack ankommen dürfte…
Wertung: 7,5/10

Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 2

Hier nun Teil 2 meiner Kurzkritikreihe von der Spielmesse (hier gehts zu Teil 1).
Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
Alle Links sind übrigens Partnerlinks, d.h. wenn ihr über diese das Spiel kauft, zahlt ihr so viel wie sonst auch, ich selber bekomme davon aber einen kleinen Teil Provision…

Morgenland – Das Kartenspiel (R&D Games)
Wie auch an Tag 1, kam das Highlight auch an diesem Tag gleich zu Anfang. Das original “Morgenland”-Spiel habe ich zwar nie gespielt und kann daher auch nicht sagen, wie viel dieses nun mit dem Kartenspiel zu tun hat, ich kann aber sagen, dass das Kartenspiel einen sehr interessanten Bietmechanismus hat und bis zum Ende spannend war. Und bei einem Preis von 8 Euro konnte man dann ja auch nicht nein sagen.
Wertung: 8/10

À la carte (Heidelberger)
Mal wieder ein Remake eines angeblichen Kult-Klassikers, den ich aber noch nicht kannte. Jeder Spieler kocht seine eigenen Gerichte, wobei er dafür zum einen den Herd auf die richtige Temperatur bringen muss (durch Würfelglück), als auch mit vier verschiedenen Gewürzstreuern das Gericht entsprechend dem Rezept würzen (durch Streuglück, was ich so auch noch nirgends gesehen habe).
Das Spiel lebt davon, dass es sehr schön aufgemacht ist, die Kochplatten sind dreidimensional, darauf schöne Töpfe, in die man mit Plastik-Gewürzstreuern kleine Plastik-Gewürzteilchen streut. Alles sehr schick und stimmig, aber ich vermute, dass der Spielspaß nicht ganz so lange hält. Wobei das Original dann nie Kult-Status erhalten haben könnte, vermutlich liege ich also falsch…
Wertung: 6,5/10

Chromino (Asmodee)
Dass es sich bei “Chromino” um die Abwandlung einer bekannten Spielidee handelt, brauch ich sicher nicht erwähnen, wichtig ist nur die Frage: Was ist hier denn anders als bei Domino?
Nun, ganz einfach: Statt zwei Feldern (z.B. einen Punkt und 5 Punkte), hat ein Stein bei Chromino drei Felder, die nicht durch Punktwerte, sondern Farben unterschieden werden. Um einen Stein nun anzulegen, müssen der Stein an zwei bisher ausliegende Felder passen und es darf keine Farbe neben einer anderen Farbe zum Liegen kommen. Ganz einfach und nicht so ganz innovativ. Brauchts in meiner Spielesammlung nicht…
Wertung: 4,5/10

Snow Tails (Asmodee)
Ein Spiel aus dem letzten Jahr, als es auf der Spielemesse nur so von Rennspielen wimmelte. Hatte ich mir damals keins von angeguckt und in der Nachberichterstattung eben “Snow Tails” dann als am interessantesten ausgemacht. Der Clou ist hier, dass man einen Hundeschlitten steuert, der von zwei Hunden gezogen wird. Die Geschwindigkeit der beiden Hunde (abzüglich der auch definierbaren Bremse) ergibt die Gesamtgeschwindigkeit des Schlittens und mit unterschiedlich schnellen Hunden lässt sich dann um die Kurve driften.
Klingt gut und spielte sich auch nicht wirklich schlecht, der letzte Pfiff hat aber gefehlt, irgendwie war es zu sehr nebenher gespielt, dazu noch eine zu große Abhängigkeit vom Kartenglück. Knapp am “kommt auf den Wunschzettel” vorbei.
Wertung: 6/10

Dice Town (Asmodee)
Frau Bü und ich hatten die Augen besonders nach Zweipersonenspielen oder Würfelspielen offen gehalten, leider relativ erfolglos.
“Dice Town” betrifft die Kategorie “Würfelspiel” (zu zweit eher nicht spielbar, darum hat hier der Erklärbär auch komplett mitgespielt) und obwohl ich völlig unvoreingenommen an das Spiel rangegangen bin, kann ich die Kritiken, die ich vorher schon gelesen hatte nur bestätigen und auch Frau Bü stimmte mir (tatsächlich völlig unvoreingenommen, da ohne Vorwissen) zu, dass das Spiel nicht komplett austariert ist. Eine Kombination (Damen) ist zu stark und macht so die eigentlich gute Idee (man würfelt Pokerblätter, wobei das beste Pokerblattt jetzt gar nicht soo viel bringt) kaputt. Sehr schade, hätte man mehr draus machen können.
Wertung: 5,5/10

Tobago (Zoch)
Von der Optik hat dieses Spiel die Höchstpunktzahl verdient, gibt es doch schicke Palmen und sehr schicke Statuen als Plastik-Skulpturen, die wirklich sehr hochwertig aussehen. Auch sonst alles sehr schick. Doch der Spielspaß wollte sich bei uns (kann auch an dem merkwürdigen Mitspieler liegen) nicht so wirklich einstellen. Durch Karten grenzt man die Lage verschiedener Schätze auf einer Insel ein (z.B. “der Schatz liegt neben einem Fluss” oder “er liegt im größten Gebirge) und versucht diese dann auch einzusammeln. Da die Einschränkungen selber auch Punkte bringen, ist es aber nicht ganz so wichtig, den Schatz auch wirklich als erster zu heben, was das ganze etwas entspannter macht. Aber etwas Spannung hätte dann doch gut getan, vielleicht haben wir aber auch nur die Nutzen der Artefakte zu wenig beachtet, denn laut einer anderen Kritik sind diese wohl der Schlüssel zum Spiel. ALso nochmal eine Chance geben? Schön aussehen tut es ja wirklich…
Wertung: 6/10

Schinderhannes (Clicker Spiele)
Es wird mal wieder Zeit für ein Remake. Diesmal vom Spiel “Old Town”, welches sich auch in meiner Spielesammlung befindet und vor allem aus optischer Sicht wirklich ein Remake nötig hatte. Man merkte dem Original schon an, dass es aus einem Kleinverlag stammte und vom Autor selber illustriert wurde. Bei “Schinderhannes” ist der Verlag der gleiche, der Autor aber ein Professioneller. Noch dazu ein guter. Sieht wirklich schick aus.
Vom Prinzip her ist es ähnlich wie das eben vorgestellte Tobago, denn auch hier muss man mit seinen Handkarten bestimmte Sachen auf Gebiete eingrenzen. Hier ist die Punkteverteilung aber intuitiver: Je mehr ich einen Ort eingrenzen kann, desto mehr Punkte bekomme ich.
Ein sehr nettes Logikspiel, welches nur nicht in meine Sammlung kommt, da ich den Vorgänger schon habe. Dass es neben der optischen Verbesserung auch ein paar spieltechnische Optimierungen gab, reicht da für mich nicht aus, eine Empfehlung kann ich aber doch abgeben, auch wenn ich “Schinderhannes” nicht gespielt habe.
Wertung: 7,5/10 (basiert nur auf dem Originalspiel und der Erklärung der Regeln)

Strada Romana (Games Initaly)
Pferdekarren fahren entweder von Rom nach Ostia oder andersrum und kaufen und verkaufen Waren. Jeder Spieler kann dabei jedes Pferd steuern und dort Waren oder “Anfrageplättchen” nehmen, wo eins der Pferde zu stehen kam. Unlogischerweise kann man dabei erst irgendwo die “Anfrage” mitnehmen, später woanders das “Angebot” und hat somit Siegpunkte verdient. Naja…
Auch sonst wusste das Spiel nicht so zu überzeugen, dass man dann noch auf Pferde wetten konnte (welche kommen zuerst an) machte das ganze noch merkwürdiger, da das alles nicht so wirklich zum Thema passt.
Wertung: 5,5/10

Atlantis (Amigo)
Amigo ist so ein Verlag für die seichtere Unterhaltung, bei dem man in der Regel auch mal länger sitzen kann um verschiedene Spiele durchzuspielen. Manchmal ist was tolles dabei (wie das geniale “Geschenkt ist noch zu teuer” das immer mal wieder auf den Tisch kommt, oder auch “Um Krone und Kragen“), oft ist es aber eben auch nur solala.
So wie Atlantis, welches vermutlich ein nettes Kinder- oder Familienspiel ist, aber in dieser Kategorie sicher auch kein Überflieger. Für uns aber gar nix.
Wertung: 3/10

Darwinci (Ludo Art)
Wieder ein optisch sehr ansprechendes Spiel (ist man von Ludo Art nicht anders gewohnt, der Name ist hier tatsächlich Programm), welches wir dank Messeschluss (also für diesen Tag) nur über ein paar Runden anspielen konnten.
Diese Zeit hatte nicht vollends gereicht, mich von dem sehr innovativen Bietmechanismus zu überzeugen, hier braucht man sicher mehr Zeug, um ihn zu verinnerlichen und zu verstehen um dann optimale Strategien zu fahren. Auch die Wertungsmöglichkeiten hatten mich mehr verwirrt (mag auch an der späten Stunde gelegen haben).
Ich würd dem Spiel mal noch eine zweite Chance geben, hier also nur eine sehr sehr vage Wertung.
Wertung: 5,5/10

Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 1

Jedes Jahr spiele ich auf der Messe in Essen einen ganzen Haufen Spiele, aber nie hab ich mal meine Meinung zu diesen niedergeschrieben. Das soll sich dieses Jahr ändern. Darum gehts heute los mit den Spielen von meinem ersten Messetag (ich war drei Tage da, insgesamt (nur) 22 Spiele gespielt und 3 lediglich erklären lassen). Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
Los gehts, alle Links sind übrigens Partnerlinks, d.h. wenn ihr über diese das Spiel kauft, zahlt ihr so viel wie sonst auch, ich selber bekomme davon aber einen kleinen Teil Provision…

Small World (Days of Wonder)
Die Neuauflage von “Vinci”, welches ich vor einiger Zeit auch mal gespielt habe. Small World sieht nicht nur besser aus, sondern hat auch noch ein paar Anpassungen erfahren, die ich hier jetzt aber nicht aufzählen werde. Wichtig ist doch nur, dass Small World in meinen beiden Testspielen sowohl mit 2 als auch mit 4 Spielern (5 können es maximal spielen) spannend und spaßig war.
Zählt zwar nicht als Messeneuheit (da es schon im Frühjahr in Nürnberg veröffentlicht wurde), aber dennoch mein diesjähriges Highlight und daher auch sofort gekauft. Nur die beiden Erweiterungen (noch?) nicht, denn 8 Euro für wenige zusätzliche Rassen war dann doch etwas viel…
Wertung: 8,5/10

Identik (Asmodee)
Auch eine Neuauflage, nämlich von “Portrayal”, welches ich zwar noch nicht gespielt, aber schon von gelesen und für “das sollte ich mir mal angucken” befunden habe. Kurzregel: Ein Spieler sieht eine Zeichnung, die er den anderen Spielern erklären muss. Diese haben dann (wenig) zeit, die Erklärung ihrerseits wieder in eine Zeichnung zu verwandeln. Anschließend gibt es Punkte. Allerdings nicht für Schönheit, sondern für die Erfüllung von bestimmten Kriterien, die dem Erklärer vorher auch nicht bekannt waren (z.B. die Lage zweier Dinge zueinander, die Anzahl von Streifen auf einem Pullover oder ähnliches).
Hört sich ok bis interessant an, ist dann gespielt aber doch noch lustiger, als ich es mir vorgestellt habe. Ja, es hat wirklich Spaß gemacht, war mir dann aber auch viel zu teuer (25 Euro), da man ja jedes Bild quasi nur ein einziges mal spielen kann, da man danach die Kriterien kennt. Aber in ein paar Jahren, wenn der Preis gesunken ist, könnte ich da noch zugreifen…
Wertung: 6/10

Steel Driver (Pegasus)
Nur ein Lückenfüller, da “Pandemie” gerade nicht frei war. Und wir waren dann auch nicht wirklich traurig, als wir das Spiel dann abbrechen mussten, als der Pandemie-Tisch frei wurde. Irgendwie war alles mehr kompliziert als komplex, nicht wirklich flüssig spielbar und nicht vorhersehbar, wer denn jetzt gut und wer schlecht ist.
Wertung: 3/10

Pandemie mit Erweiterung (Pegasus Spiele)
Von Pandemie hatte ich es hier ja schonmal. Jetzt konnte ich es also endlich spielen (in relativ leichtem Modus, mit einem der zusätzlichen Module aus dem Erweiterungsset) und konnte meine vorausgehende Begeisterung zum Glück bestätigen. Ein sehr schönes kooperatives Spiel, bei dem (zumindest in unserer Runde) zum Glück nicht der Kommandier-Modus (einer sagt quasi allen, was sie machen müssen) ausgebrochen ist, sondern jeder noch relativ frei für sich entschieden hat. Beides direkt auf meinem Wunschzettel gelandet.
Wertung: 8/10

Funkenschlag Farbikmanager (2F)
Hier handelt es sich (auch wenn es der Name vermuten lässt) nicht um eine (weitere) Erweiterung für das tolle Spiel “Funkenschlag“, sondern um ein eigenständiges Spiel, dass halt auch (unter anderem) Energie als Thema hat. Es geht darum, eine Firma auf den Gebieten Stromverbrauch, Produktivität, Lagerbestand und Arbeitskraft zu optimieren und möglichst viel Geld einzuspielen.
Der Bezug zu Funkenschlag ist dabei dann aber nicht nur über die Energie gegeben, sondern auch über das ähnliche Spielgefühl, dass durch die Versteigerung aufkommt. Trotzdem zwei sehr unterschiedliche Spiele, von dem Funkenschlag klar das Bessere ist, aber auch gut 2-3 mal so lange dauert wie der Fabrikmanager (der mit ca. 60 Minuten auskommt). Da wir Funkenschlag im (eh schon zu vollen) Regal haben und mir beim Fabrikmanager auch ein wenig die Interaktivität fehlt, blieb es dann doch ungekauft, war aber eine knappe Entscheidung…
Wertung: 6,5/10

Das perfekte Alibi (Heidelberger)
Hier habe ich nur die Regeln gelesen und da Material angeschaut. Mit nur 4 Spielern und auf der Messe machte das irgendwie keinen Sinn zu spielen. Mein erster Eindruck war auch nicht der tollste, nachdem ich die Regeln jetzt aber nochmal angeschaut habe, glaub ich aber, dass das ein ganz nettes Partyspiel sein könnte, wenn man es richtig angeht. Da die Regeln eigentlich ausreichen und man mit etwas Eigenphantasie gar kein Material braucht, werde ich das in zwei Wochen einfach mal mit einer größeren Menge Mitspieler ausprobieren. Evtl. wirds dann ja doch gekauft, 9 Euro ist ja nun wirklich nicht viel…
Wertung: – (nicht gespielt)

Mein Name ist Hase Elch (Heidelberger)
Nochmal der Heidelberger Spieleverlag, nochmal ein Spiel, das wir nicht selber gespielt haben und wo es hier noch schwerer ist, zu erahnen, ob es Spaß machen kann oder nicht. Im Endeffekt geht es wohl nur darum, dass jeder Spieler wilde Verrenkungen macht und das ganze irgendwann abrupt aufhört und jeder komisch aussieht. Den Aufwand, dann die Punkte zu errechnen könnte man vermutlich sogar sparen, zumal hier Diskussionen wohl nicht ausgeschlossen sind.
Nix für meien Spielrunde, eher was für Kinder.
Wertung: – (nicht gespielt)

Who would win (Gorilla Games)
Auch wieder ein Spiel, für das man mit Eigenphantasie gar kein Material braucht, wir haben es aber dann trotzdem gekauft. Schließlich muss man Kleinverlage unterstützen und die Phantasie der Autoren ist dann vielleicht doch größer als die eigene.
Die Regeln sind auch schnell erklärt: Zwei Spieler schlüpfen in die Rolle einer berühmten Persönlichkeit (davon gibt es eine Menge in dem Spiel, teilweise (da es ein amerikanischer Verlag ist), sind mir die nicht bekannt, aber da deren Beruf auch dabei steht (z.B. Football-Spieler), ist das kein Problem) und Anschließend wird eine Kategorie ausgelost, in der die beiden gegeneinander antreten. Das kann z.B. “Kinder groß ziehen”, “Angeln” oder “Armdrücken” sein. Nun hat jeder Spieler 20 Sekunden zeit, ein Plädoyer abzugeben, warum gerade sein Charakter in dieser Kategorie gewinnen würde. Die anderen Mitspieler entscheiden dann, wer gewonnen hat. So einfach.
Wertung: 6,5/7 (nach einer einzigen Plädoyer-Runde)

Hive (Huch & Friends)
Schon ein älteres Spiel, das wir nun doch auch mal getestet haben. Es handelt sich um ein strategisches Zweipersonenspiel, bei dem jeder einen Tierschwarm besitzt (aus einer Bienenkönigin, Ameisen, Käfern, Heuschrecken und Spinnen) und der Spieler verloren hat, dessen Bienenkönigin zuerst von allen Seiten von anderen (auch eigenen) Tieren umzingelt ist. Jedes Tier hat dabei andere Zugmöglichkeiten und da Figuren nicht geschlagen werden können (höchstens durch den Käfer blockiert), ist das Kräfteverhältnis stets ausgewogen und das Wuselgefühl kommt sehr schön rüber. Wie sich die Biene immer wieder windet, aber sich am Ende doch nicht aus den Fängen der anderen Tiere befreien kann, das passt wirklich gut zum Thema. Aber wie beim Schach wird es auch hier so sein, dass sich gewisse Muster ausbilden werden und unerfahrene gegen erfahrenere Spieler kaum eine Chance haben. Daher nichts für unser Spieleregal, aber trotzdem eine Empfehlung.
Wertung: 7/10

Spiel des Jahres 2009: Dominion

Spiel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...

Vor wenigen Minuten wurde das Spiel des Jahres 2009 gekürt und nach einigen eher durchwachsenen Jahren (in denen die Auszeichnung als “Spiel des Jahres” für den Vielspieler eher hieß: “Finger weg, das ist was ganz banales, damit es auch die Oma und der 8-jährige Enkel auf Anhieb verstehen”) ist es nun auch endlich mal wieder ein Spiel, bei dem ich diese Auszeichnung wirklich für angebracht halte.

dominion

Denn Dominion ist ganz anders als die Spiele, die bisher auf meinen Tisch kamen und bietet mit seiner Vielzahl an Karten ein immer wieder neues und anderes Spielerlebnis.
Mal kurz, worum es geht: Jeder Spieler startet mit 10 Karten auf der Hand, sieben Kupferkarten (=1 Geld) und drei Siegpunktkarten. Jede Runde besteht nun daraus, dass man 5t Karten auf der Hand hat, diese ausspielt und sich von dem Geld neue Karten kauft. Dies können Geldkarten (bis zu 3 Geld pro Karte), Punktekarten (bis zu 6 Punkte pro Karte) oder Aktionskarten sein.
Das Geld, das man für den Kauf ausgegeben hat, kommt aber nicht in irgendeine Bank, sondern auf den eigenen Ablagestapel, um später wieder in die Handkarten mit einzufließen. Man gibt es also nicht wirklich aus. Auf eben diesen Ablagestapel kommen dann auch die neu erworbenen Karten und die nicht genutzten Handkarten, so dass man die nächste Runde wieder mit 5 neuen Karten startet.
Pro Runde darf man nur eine Aktionskarte ausführen. Diese erlauben einem dann zum Beispiel, mehr Karten nachzuziehen, doch noch mehr Aktionskarten auszuspielen, zusätzliches Geld auszugeben, oder oder oder. Insgesamt gibt es 25 verschiedene Aktionskarten (je 10mal), wobei aber pro Partie nur 10 davon zum Einsatz kommen. Die Mathematiker unter euch können ja mal ausrechnen, mit wie vielen unterschiedliche Kartenkombinationen man also starten kann, was immer wieder ein anderes Spiel mit anderen Taktiken gibt.

Der Clou an der Sache ist nun, dass eben alle gekauften Karten, auch die Punktekarten auf den Ablagestapel und somit später auf die Hand kommen. Und das ist nicht immer toll, denn die Punktekarten haben im Spiel zum Beispiel keinerlei Funktion, sie zählen nur am Ende des Spiels. Während dem Spiel stören sie nur, denn sie nehmen auf der Hand ja den Platz für die wichtigen Geldkarten weg. Man sollte also nicht zu früh anfangen, sich Punktekarten einzukaufen, da man dadurch später nur ausgebremst wird. Auch zu viele Aktionskarten können hinderlich sein, denn da ist ohne Geld dann auch nicht viel möglich.

Die Regeln sind schnell erklärt und leicht verstanden (die taktischen Feinheiten brauchen dann natürlich ein wenig länger, aber genau so muss das sein. Viel schlimmer sind da ja Spiele, die eigentlich ganz simpel sind, wo man aber Stunden braucht um die Anleitung zu erklären und immer wieder die Mitspieler beruhigen muss, dass das ja “alles ganz leicht” sei, wenn man es erst mal spielt) und das Spiel an sich dauert auch nicht wirklich lange, wodurch es sicher öfter auf dem Tisch landen wird.

Aber ich hab auch was zu meckern (andere empfinden das nicht als Schwachpunkt): Mir fehlt ein wenig die Interaktion. Im Basisspiel gibt es nicht wirklich viele Karten, die die Mitspieler betreffen und diese Karten haben sich in unseren Spielrunden eher als relativ schwach erweisen, weshalb sie kaum zum Einsatz kommen. Das führt dazu, dass man quasi nebenher spielt und es sich teilweise so anfühlt, als würde jeder ein Solitärspiel spielen, bei dem dann halt am Ende geguckt wird, wer es denn ab Besten gemeistert hat. Daher spielen wir Dominion auch meistens nur zu zweit (geht bis zu vier Spielern), da man sonst einfach zu lange auf seinen Zug wartet. Aber das ist sicher auch ein Punkt der Kartenauswahl und es scheint so, als wäre die erste Erweiterung “Dominion – Die Intrige” (auch eigenständig spielbar), die in diesen Tagen erscheint (einen besseren Termin konnte es dafür wohl nicht geben) ein weiterer Schritt Richtung Interaktivität.

Aber auch trotz dieses Mankos, spreche ich eine unbedingte Kaufempfehlung aus (hier der passende Amazon-Partnerlink), denn Dominion war tatsächlich eines der besten Spiele, die ich im letzten Jahr zwischen die Finger bekommen habe. Besser war glaub nur noch “Gift Trap” (dazu demnächst hier mehr), welches auch mit dem Sonderpreis Partyspiel ausgezeichnet wurde. Daher kann ich nur sagen: Die von mir oft gescholtene “Spiel des Jahres”-Jury hat in diesem Jahr ganze Arbeit geleistet, ich bin begeistert!

PS: Dominion ist natürlich auch ein klasse Reisespiel, allerdings ist da die Verpackung eindeutig zu groß, was auch aufgrund des Materials nicht wirklich nötig ist. Hier gibt es eine Bastel-Anleitung, zu einer kleineren Schachtel, ich persönlich nehme aber die Kiste von “Don”, die sich hierfür optimal eignet. Un die Spielkarten von Don, die minimal größer als die von Dominion sind, eigenen sich dann auch noch perfekt als Trennwände zwischen den einzelnen Karten. Nur mal so als Geheimtipp ;-)

Spiele im XXL-Format

Schon als Kind haben mich die großen Schachfelder und -figuren in Parks fasziniert, da kommt gleich ein ganz anderes Spielgefühl rüber, wenn man während dem Grübeln um den Spielplan läuft und das Geschehen aus einer ganz anderen Perspektive sieht.
Nur dumm, dass ich kein Schachfan bin, aber dafür gab es “damals” ja auch schon große Mühle”bretter”. Später hab ich dann in Ulm auch ein “Mensch ärger dich nicht”-Feld entdeckt, bei dem man auch mal echte Menschen als Spielfiguren einsetzen kann. Sehr lustige Sache. Gerade für kleine Kinder sind solche großen Spiele was ganz besonderes und auf Spielemessen kommen auch immer öfter solche XXL-Varianten zum Einsatz, um den Leuten die Spiele näher zu bringen. “Heckmeck am Bratwurmeck” hat in groß z.B. richtig was her gemacht (hier gibts Bilder), oder auch die überaus knuffigen Schafe von “Haste Bock“:

haste_bock_xxl

Für Kindergärten, Freizeitgruppen oder einfach Leute mit einem etwas größeren Geldbeutel gibt es eine Auswahl solcher XXL-Spiele mittlerweile auch zu kaufen, ich versuche mal eine kleine Liste zusammenzustellen, man darf das gerne in den Kommentaren ergänzen.

Vorbildlichster Verlag im XXL-Bereich scheint Zoch zu sein, deren Spiele aber auch einfach am Besten zur Vergrößerung geeignet sind.
Beim Kinderspiel Maxi Zicke Zacke Hühnerkacke (hier das kleine Original für etwa einen zehntel des Maxi-Preises) schlüpfen die Spieler selber in die Rolle der Spielfiguren, die in diesem Spiel eben Hühner sind. Damit man das nicht aus den Augen verliert, gibt es für jeden Spieler dann auch noch ein Huhnkostüm, was das Spiel dann wirklich zu einem ganz neuen Erlebnis macht.

zicke_zacke

Aus Dicke Luft in der Gruft wird Mächtig Dicke Luft in der Gruft und das ist dann auch die Version, die ich auf der Spielmesse in Essen selbst gespielt habe. Es handelt sich um ein Memory-Spiel, das um ein paar interessante Kniffe erweitert wurde und hat echt Spaß gemacht. Vor allem aber, weil die XXL-Version haptisch ein Genuss war. Die Grabdeckel (es geht darum, seine Vampire in bequemen Särgen vor dem Sonnenlicht zu schützen) sind nicht einfache Spielkarten, sondern echte Holzplatten, die Gräber haben tatsächlich Vertiefungen, um die Vampire darin abzulegen und die Holzpflöcke sind nicht einfache Holzstäbchen (wie die Straßen in der Holz-Siedler-Version), sondern wunderschöne angespitzte Äste. Das alles hat natürlich seinen Preis, aber dafür bekommt man auch was geboten.

gruft

Wir bleiben immer noch beim Zoch-Verlag, die mit Villa Paletti ein nettes Geschicklichkeits-Spiel auf dem Markt haben, das sicher schon als Klassiker durchgeht (übrigens Spiel des Jahres 2002). Hier bin ich nicht wirklich sicher, ob es wirklich eine Maxi-Version braucht, aber wem das Original zu klein ist und darum lieber auf bis zu 80cm Höhe kommen will, der ist mit Palazzo Paletti gut bedient.

palazzo_paletti

Ein weiteres Geschicklichkeitsspiel aus dem hause Zoch ist Bamboleo, welches es natürlich auch in der Maxi-Variante gibt.
Was mir jetzt noch fehlt ist die Hamsterrolle in XXL, aber dafür bräuchte man dann echt einiges an Platz…

So, genug von Zoch.

tipp-kick-ballVerlassen wir auch mal kurz den Bereich der Spiele mit XXL-Preis und schauen uns mal im billigeren Segment der XXL-Spiele um. Sehr cool finde ich da zum Beispiel den “lebensgroßen” Tipp-Kick-Ball, mit dem man dann richtig Fußball spielen kann. Für nur 10 Euro eine schöne Idee.

Was ich nicht wirklich finden konnte waren XXL-Mikado-Stäbe. Kann doch nicht sein, dass die größten, die es zu kaufen gibt “nur” einen halben Meter lang sind, oder? Wobei das ja immerhin schonmal ein Anfang ist und ich bei nem Preis von (derzeit) 6 Euro echt am überlegen bin, ob es nicht mal Zeit für ein Mikado-Spiel in unserem Haushalt wäre. Alternativ gehen übrigens auch Bambusstäbe (gesehen auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart):

mikado_bambus

Mit dem klassischen Schaumstoff XXL-Würfel beenden wir nun wieder das Billigsegment und widmen uns wieder den Klassikern unter den Spielen.

Neben dem oben genannten Schachfeld (zzgl. der Figuren natürlich) und dem ebenso obligatorischem Mühlefeld gibt es dann dann zum Beispiel noch ein “Vier gewinnt” in Übergröße.

Spiele für Informatiker

Es ist ja bekanntlich so, dass sich in der Zunft der Spieleerfinder sehr viele Mathematiker und Informatiker befinden. Denn um das Spiel wirklich ausgewogen, gerecht und bis zum Ende spannend zu bekommen, müssen alle Parameter exakt aufeinander abgestimmt sein und da ist eine solche Vorkenntnis eben hilfreich.

Aber Spiele “von Informatikern” sind ja nicht immer unbedingt Spiele “für Informatiker”. Aber genau denen werde ich mich hier jetzt heute einmal widmen.

Logische Gatter mit Domino-Steinen

Fangen wir aber mal ganz harmlos an: Jeder kennt sicher Domino und viele werden es auch nicht nur als Anlegespiel gespielt haben, sondern (wie man es dann später (oder früher, je nach Geburtsjahr) auch auf RTL an diversen Domino-Days bewundern durfte) auch als große Dominokette, die man dann genüsslich mit einem kleinen Fingerschnipsen beim Zusammenfallen beobachten konnte. Wir hatten damals einen ganzen Eimer solcher extra dafür gemachten Plastiksteine (mittlerweile würde ich dann aber zu den schickeren Holzsteinen im Leinensack greifen) und bauten die wildesten Parcours.

Aber was macht nun ein Informatiker, wenn er solche Steine in die Finger bekommt?
Er baut einfach mal OR-, AND- und XOR-Gatter nach. D.h. zwei Dominoketten laufen zusammen und im XOR-Gatter fällt die Ausgangskette nur um, wenn die Eingänge nicht beide (zeitgleich) angestoßen wurden:


C lernen für Kinder: C-Jump

Aber bis zu diesem Stadium ist es ein weiter Weg und da jeder mal klein anfängt gibt es mit “C-Jump” ein Spiel, dass Kindern die ersten Schritte in die Programmiersprache “C” (und damit in die Programmierlogik allgemein) erleichtern soll.

c-jump

Für ausgewachsene Informatiker ist das aber eher nichts, da der Code dann doch recht frei ausgelegt wird (wie man den Regeln und der FAQ entnehmen kann), lustig find ich es aber trotzdem…

(via coolestGadgets)


Wegoptimierung mit Robotern: Ricochet Robots

Was ich am Programmieren so toll finde, ist, dass man vor einem Problem sitzt und dieses erstmal nur in seinem Kopf grob zu lösen versucht. Dabei muss dann auch mal um die Ecke gedacht werden, es muss optimiert werden (jeder Informatikstudent war sicher irgendwann einmal mit Wegstreckenoptimierung beschäftigt) und dann ist das ganze auch noch relativ abstrakt.

Und genau all das gibt es in “Ricochet Robots“, einem Spiel für theoretisch unbegrenzt Spieler, in dem es darum geht, einen Roboter in möglichst wenigen Zügen von Punkt A zu Punkt B zu bekommen, wobei andere Roboter als Hilfe genommen werden dürfen.

ricochet

Sieht dann so aus: Auf dem Spielplan sind verschiedene Ziele markiert, von denen eines zufällig gewählt wird. Nun gilt es, einen bestimmten Roboter dort hin zu bekommen. Dafür dürfen alle Roboter gezogen werden. Ein Zug ist dabei: Laufe in eine der vier Richtungen bis du gegen eine Wand oder einen anderen Roboter läufst. In der Bewegung einfach stehenbleiben ist nicht, da der Roboter keine Bremsen hat. Darum reicht es auch nicht aus, nur über das Ziel drüber zu fahren, auch hier muss man stehen bleiben. Oft ist es dann so, dass man erstmal andere Roboter als Blocker platzieren muss, oder abwechselnd Roboter bedient.
Interessant wird das ganze nun dadurch, dass sich dieses ganze Roboterbewegen nur in den Köpfen der Spieler abspielt. Alle Spieler sitzen also um das Spielbrett rum und stellen sich gleichzeitig vor, wie man das denn nun am besten gelöst bekommt. Sobald ein Spieler eine Lösung hat,d ie ihm zusagt, nennt er laut die Zahl seiner Züge und eine Sanduhr wird umgedreht (1 Minute?). In der Zeit haben nun alle Spieler noch Zeit, weiter über das Problem nachzudenken und die Zugzahl zu unterbieten. Wer am Ende die niedrigste Zahl genannt hat, darf endlich mal einen Roboter in die Hand nehmen und den anderen seine Lösung präsentieren. Klappt es, bekommt er einen Punkt und es geht in die nächste Runde. Hier kann man das übrigens online ausprobieren (Informatiker programmieren ihre Spiele ja gerne nach, ich spreche da übrigens aus Erfahrung), der Charme bleibt da aber auf der Strecke…
Ich find das Spiel wirklich richtig klasse, da ich eh ein Freund von Knobelaufgaben bin und man hier ordentlich um die Ecke denken muss (das ganze kann dann noch durch Spezialwände gesteigert werden, die nur für Roboter bestimmter Farbe gelten und diese beim Auftreffen um 90 Grad ablenken). Allerdings ist es hier nicht wirklich leicht Mitspieler zu finden, da es auch eine Sache von Training ist und ein Neuling oft nicht wirklich mitkommt. Aber wo ich diese Zeilen hier tippe, kribbelt es mir echt unter den Fingern…
Und wenn es irgendwann doch mal zu langweilig werden sollte, kann man ja auch eine dieser 54 anderen Varianten ausprobieren, die noch einen weiteren Roboter (der dem Spiel beiliegt) mit einbeziehen.


Noch mehr Roboter, diesmal mit Interaktion: Robo Rally

Und wo wir schon bei Robotern sind: “Robo Rally” ist auch so ein Spiel, dass wie für Informatiker gemacht scheint. Hier gibt es mehrere varianten, wie man das Spiel spielen kann (“Capture the flag” im Team-Modus dürfte der angesprochenen Zielgruppe bekannt vorkommen), wir spielen eigentlich fast immer die “Checkpoints abfahren und als erster im ziel ankommen”-Variante.

roborally

Und zwar geht das dann so, dass jeder Spieler einen Roboter hat, den er in einer relativ variabel aufgebauten Fabrikhalle zu bestimmten Punkten steuern muss. Dafür hat er Karten auf der Hand, mit denen er seinen Roboter programmieren kann. Die da wären: Vorwärts gehen (1,2 oder 3 Schritte), Zurück gehen (1 Schritt), drehen (90, 180 und 270 Grad). Von seinen Handkarten muss nun jeder Spieler gleichzeitig 5 Karten in seiner gewünschten Reihenfolge verdeckt vor sich in die Programmeinheit legen. Ist das geschafft, kommt der Spaß: Alle Roboter arbeiten gleichzeitig ihr Programm ab (jeder Roboter zuerst die erste Karte, wobei ein aufgedruckter Wert da die Reihenfolge angibt, in der die einzelnen Roboter fahren), dann jeder die zweite und so weiter. Und dabei kommt es dann öfter mal vor, dass sich Roboter über den Weg laufen und dann vermutlich über den Spielplan schieben, was das vorher vom Spieler ausgedachte Programm zu einem Desaster werden lassen kann (oder er hat sich schon fast gedacht, dass er geschoben wird und das schon mit einprogrammiert). Noch schlimmer wird es dann, wenn man auf eins der vielen Förderbänder geschoben wird (oder versehentlich draufläuft, denn auch ohne böses Zutun der Mitspieler kommt nicht immer alles so, wie man es sich gedacht hat, da auch hier alle 5 Züge nur im Kopf geplant werden dürfen und da dann mal eine Drehung falsch berechnet oder ein Element auf dem Spielplan nicht beachtet wird) und man noch weiter vom eigentlichen Plan abkommt. Dann heißt es oft nur noch: Beten, dass man nicht in ein Loch fällt, oder zwischen Laserstrahlen kommt. Während das Loch den Roboter komplett zerstört und man am letzten Checkpoint wieder anfangen muss (so man denn noch ein Leben hat), sorgt der Laser für Schadenspunkte. Mehr Schadenspunkte sorgen für weniger Karten auf der Hand, aus denen man wählen kann, was dann gerne in noch mehr Schadenspunkt führt. Und das führt dann dazu, dass der Programmspeicher nicht mehr komplett gelöscht wird, sondern Karten für die nächste Runde liegen bleiben müssen, was in den aller seltensten Fällen gut geht. Aber man kann sich ja auch reparieren.
Ach ja. Jeder Roboter ist auch noch mit einem Laser ausgestattet, mit dem man andauernd auf andere Roboter schießt. Und wenn man will, kann man auch noch mit zusätzlichen Karten spielen, mit denen man seine Roboter ausbauen kann, so dass sie z.B. auch seitwärts gehen können.
Alles in allem ein fantastisches Spiel, welches eine unbedingte Empfehlung bekommt (auch, wenn es nur auf englisch zu haben ist, solange man nicht mit den Ausbaukarten spielt, ist das komplett egal, da gibt es außer der Anleitung nicht viel zu lesen). Kaufen! Spielen! Jetzt!


Schach mit Laser – die perfekte Kombination: Deflexion und Laser Battle

Wenn eben im Spiel von “Laser” die Rede war, dann meinte ich natürlich keinen echten Laser. Den muss man sich denken. Wenn man aber lieber mit echtem Laser spielen kann, wäre wohl Deflexion ein gutes Spiel. Da hatte ich hier schonmal drüber geschrieben. Passt hier auch ganz gut, da es früher ja auch mal ein sehr beliebtes Spiel gab, bei dem man Spiegel setzen muss, um ein bestimmtes Ziel mit einem Laser zu treffen. Un genauso ist Deflexion auch, quasi Schach (ja, nur für zwei Spieler) mit Spiegelfiguren und echten Laserstrahlen. Gibts leider nicht in Deutschland zu kaufen und ist dann mit den Versandkosten ganz schön teuer, aber evtl. taugt ja auch das Spiel “Laser Battle” was, das ich bei Amazon gefunden habe. Scheint ein ähnliches Prinzip zu haben.


IT Crowd empfiehlt: War On Terror

Fragt man sich, was für Spiele ein typischer Klischee-Informatiker wohl gerne spielt, kommt man an “IT Crowd” (wer es nicht kennt: Unbedingt ansehen!) sicher nicht vorbei, geht es in dieser urkomischen Serie doch um zwei Informatiker, wie sie nerdiger nicht sein können. Darum sind im Büro auch alle Möbel bis oben hin mit lauter Technik-Spielereien, Sammelfiguren, altem Computerschrott und mehr gefüllt (teilweise sogar von den Fans). Und natürlich auch mit Spielen:

itcrowd_spiele

Neben dem “Geheimnis der Abtei” (ein Deduktionsspiel ähnlich Cluedo, hat mir aber nicht ganz so zugesagt) und “Zug um Zug” (hier empfehle ich die “Zug um Zug Europa“-Ausgabe) gibt es da dann auch noch “War On Terror“, welches die beiden in einer Folge dann auch tatsächlich gespielt haben:

it-crowd_war_on_terror

Das war für mich dann der Auslöser, mich über das Spiel doch mal etwas mehr zu informieren (hatte vorher nur vage was von gehört) und war dann gleich begeistert, da da mein Humor ziemlich gut getroffen ist. Einfach mal auf der Webseite vorbeigucken, dort gibt es auch die kompletten Regeln zu lesen.

We live in complex times. Thankfully, we’ve been given clear labels that explain the refined and enlightened world of geo-politics: Terrorists, tyrants, evil, weapons of mass destruction. If you can follow Star Wars, you can understand the news.
Unfortunately, War on Terror, the boardgame isn’t so straightforward. In our world there is no black & white.
Deception is encouraged, hypocrisy is the norm and the only true ally is money. Empires fi ght empires, empires fight terrorists, empires fund terrorists and some empires even become terrorists.
Confusing and unfair? You bet it is. Luckily, it’s just a game…

Die Weltkarte als Spielplan zeigt schon an: Hier geht es darum, die Weltherrschaft zu erlangen. Leider ist das alles nicht mehr so leicht wie in der guten alten Risiko-zeit, denn immerhin leben wir in einer Welt, die von Terroristen aufgemischt wird. Und so gibt es die natürlich auch in diesem Spiel. Zudem kann sich jeder Spieler spontan dazu entscheiden, auch zu den Terroristen zu wechseln und dort (gemeinsam mit allen bisherigen Terroristen) gegen die “Guten” zu kämpfen.

evilUm das ganze noch realistischer zu machen, gibt es ein Glückrad, mit dem die Achse des Bösen ermittelt wird. Der entsprechende Spieler muss dann eine Skimaske aufsetzen, auf der groß “EVIL” steht und hat mit den Konsequenzen zu leben (die nicht nur negativ sind, denn wenn man eh schon als Schurke angesehen wird, darf man ja auch so richtig böse sein).

Ich hab das Spiel bisher nur einmal gespielt und da war der Eindruck ziemlich zwiespältig. Irgendwie war das ganze dann doch noch nicht richtig ausbalanciert. Aber die Macher arbeiten gerade fleißig an Version 2.sich mit dem Spiel nicht erwischen lassen, denn in Kent (Großbritannien) wurde es (mit anderen Sachen) konfisziert, da die Skimaske für kriminelle Machenschaften genutzt werden könnte. Hier die ganze News (via Boing Boing)


Vom Monitor auf den Tisch: Tetris Tower

tetrisUnd dann gibt es ja noch die analoge Umsetzung von einst digitalen Computerspielen. So gibt es zum Beispiel mit “Tetris Tower” ein Spiel, welches grob an “Vier gewinnt” erinnert und mit Tetris-Steinen gespielt wird.
Kleine Lampen geben dabei an, welches Teil als nächstes angelegt werden muss. Wird eine Reihe vervollständigt, kriegt der Spieler, der dafür den letzten Stein eingeworfen hat einen Punkt. Hab ich noch nicht gespielt und gerade erst bei meinen Recherchen entdeckt. Falls jemand Erfahrungen mit dem Teil hat, darf er sich gerne in den Kommentaren melden.
Ebenso wie alle anderen, die weitere Spieletipps für Informatiker haben.


Auch Google ist ein Spielzeug

Abschließend noch ein Blick weg von den Brettspielen, denn auch nur mit dem Internet kann man sich ja spielend beschäftigen, wie Robert von “a waste of words” hier zeigt: Die 10 lustigsten Gesellschaftsspiele der Google-Ära

verspielte Wohnungseinrichtung (IV)

Scrabble scheint das Spiel zu sein, aus dem man am meisten machen kann. In Teil II dieser Serie hatten wir ja schon die Bänke mit Sitzkissen im Scrabble-Stil, heute kommen drei neue Sachen dazu.

Sehr sehr stark finde ich die selbstgebastelte Scrabble-Tastatur:

scrabble_tastatur

Wirklich sehr schön anzusehen und für die Kombo Informatiker und Vielspieler (wie ich es bin) eigentlich Pflicht. [via Boing Boing]

Weiter gehts mit den Scrabble-Fliesen für Küche oder Bad:

scrabble_fliesen

[via The Daily What]

Und dann hätte ich da noch die Scrabble-Manchettenknöpfe:

scrabble_manchettenknoepfe

Die kann ich ich mir wenigsten vorstellen, denn wenn man schon Manchettenknöpfe trägt, dann ist das doch bestimmt ein feierlicher Anlass und da passen dann Scrabble-Steine doch eher selten. Es sei denn vielleicht, man ist zur Verleihung des Spiel des Jahres eingeladen oder so…

Abschließend noch was zum Schmunzeln:

scrabble_therapie

[via nom nom nom]

Pandemie – Schweinegrippe als Fluch oder “Segen”?

Im letzten Jahr wurde auf der Spielmesse in Essen das Spiel “Pandemie” vorgestellt, welches ich damals leider nicht angespielt habe, obwohl ich gutes von gehört hatte.
Es handelt sich um ein kooperatives Spiel, d.h. alle Spieler kämpfen gemeinsam und gewinnen oder verlieren als Einheit. Der Gegner ist (der Titel des Spiels lässt es erahnen) eine Pandemie, die aus vier verschiedenen Seuchen besteht und jeder Spieler hat eine spezielle Rolle (z.B. Arzt, Wissenschaftler oder Betriebsexperte), dessen Fähigkeiten er in die Teamarbeit einbringen muss, um die Seuchen rechtzeitig zu stoppen.
Wie gesagt: Ich hab das Spiel noch nicht gespielt, aber was man so an Rezensionen im Netz liest (siehe z.B. hier), soll es sich wirklich lohnen (Kooperationsspiele haben nicht unbedingt den besten Ruf, oft “funktionieren” sie nicht so wirklich) und ich werde das Spiel sicher noch testen (dann hier vielleicht mehr dazu).
Warum ich jetzt aber eigentlich von dem Spiel anfange ist klar: Momentan zieht die Schweinegrippe um die Welt und das Wort Pandemie ist in aller Munde. Die Frage ist nun: Hilft das dem Spiel, oder ist das ein ungünstigster Zeitpunkt, um ein Spiel mit diesem Thema in den Regalen liegen zu haben?
Ich persönlich bin ja mit einem solchem Humor ausgestattet, dass ich einen Schweinegrippe-Themen-Spieleabend machen würde (da könnte dann auch das lustige Schweine-Würfelspiel “Schweinerei” oder Snorta gespielt werden), aber ich kann mir auch vorstellen, dass es einige Leute gibt (vor allem die, die persönlich betroffen sind), die ganz anders sehen. Da sterben die Menschen auf der ganzen Welt (ok, bisher ja wohl nur in Mexiko) und andere Leute setzen sich an den Tisch und spielen das Szenario gesellig nach.
Was meint ihr?

PS: Hab gerade auf BoardGameGeek eine ähnliche Diskussion gefunden (auf englisch), im größten deutschen Spielediskussionforum auf spielbox.de konnte ich dazu noch nichts finden, werde da auch mal in die Runde fragen, und den Thread dann hier verlinken…
UPDATE: Hier nun der Link zum spielbox-Forum