Bohnanza (inkl. Erweiterungen)

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Bohnanza

Die Frage, womit ich denn “Der will doch nur spielen” beginne, war schnell beantwortet: Natürlich mit “Bohnanza”. Denn das ist schließlich das Spiel, dass auch für meine Spielebegeisterung den Grundstein legte. Klar, vorher hab ich auch schon viel und gerne gespielt, aber da war ich ja noch ein Kind. Bohnanza hat das Spielen dann erwachsen gemacht und für immer vollere Regale gesorgt.

Schuld war meine Tante. Die hat mir irgendwann vor (oder am Anfang von) meinem Studium ein Kartenspiel geschenkt. Da sie in einer Bücherei arbeitet, kann sie immer die neusten Spiele testen und so kam sie dann an diese Perle ran (auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1997. Warum auch immer Bohnanza da nicht gewonnen hat, das ist heute ein echter Klassiker, davon gibts nicht viele. Gerade mal (wird ne große Klammer) nachgucken, wer denn gewonnen hat. Ahja: “Mississippi Queen“. Auch nicht schlecht, aber jetzt nicht der Überbringer. Falsche Entscheidung. Wie so oft…). Aber wo war ich: Genau: Das Studium hatte angefangen und ich hatte da dieses eine einsame Spiel im Regal liegen. Aber dieses eine Kartenspiel hat uns sehr viele Abende beschäftigt und für so manchen Kuhhandel gesorgt.

So langsam wird wohl mal Zeit zu erklären, worum es denn überhaupt geht (ein kleiner Einschub ist noch schnell erlaubt, oder? Ok: Nein, ich hab nicht wirklich ein Konzept und schreibe so, wie ich immer schreibe, also gerade so, wie es rausblubbert. Und noch ein Hinweis: Ich bin hier nicht da, um euch die Spiele zu erklären (wobei ich Fragen natürlich beantworte). Ich skizziere nur, worum es geht und wie es sich spielt. In die Regeln solltet ihr dann vor dem losspielen trotzdem noch gucken…). Also, es geht um den Anbau und Verkauf von Bohnen. Dummerweise hat man nur 2 (bzw. 3, wenn man dafür Geld investiert) Felder, auf denen man jeweils nur eine Sorte anbauen darf. Und so kommt es dann, dass man oft Karten auf der Hand hat, die man gar nicht gebrauchen kann und darum versucht, die gegen etwas viel tolleres mit den Mitspielern zu tauschen. Und diese Handelsphase, die in “Die Siedler von Catan” in schwächerer Form auch gegeben ist, ist das, was das Spiel zu so etwas besonderem macht. Da werden Gebote über den Tisch gebrüllt, Gegenvorschläge gemacht, der Nebenbuhler schlecht geredet und vorherige Abmachungen einfach mal nicht eingehalten.

Wer ganz am Anfang aufgepasst hat, der wird festgestellt haben, dass Bohnanza in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag feiert. Passend dazu gibt es zum einen das Spiel in einer schicken Blechdose (für nicht mal 5 Euro, wer das Spiel nicht hat, macht hier ganz sicher keinen Fehler!). Außerdem führt Lookout Games (einer der beiden Verlage, dazu später mehr) wie auch schon bei dem Kartenspiel “Der Drachenbändiger von Zavandor” (siehe dazu auch meine Artikel auf DonsTag) einen Malwettbewerb aus. Jeder ist aufgerufen, die verschiedenen Bohnensorten (Feuerbohne, blaue Bohne, Gartenbohne, Brechbohne etc.) zu zeichnen. Die 104 besten Bohnen schaffen es dann in eine Fan-Edition. Mehr dazu auf dem Blog von Lookout Games. [UPDATE: Das Spiel ist jetzt im Handel, mit dabei zwei von mir gezeichnete Bohnenkarten]

Aber wer ist nun Lookout Games? Bohnanza erscheint bei Amigo, der Autor (Uwe Rosenberg) vertreibt aber jährlich im Kleinverlag Lookout Games eine limitierte (2.500 Stück) Erweiterung für Bohnanza, von denen es die besonders tollen dann wieder in größerer Auflage zu Amigo schaffen. Hier mal eine kurze, sehr subjektive Einschätzung meinerseits zu den Erweiterungen:

  • Bohnanza Erweiterungs-Set: Bei Amigo erschienen, ich hab noch die alte Version, die neue hat noch irgendwas mit Aufträgen dabei, da kenn ich aber nicht. Diese Erweiterung ist aber auf jeden Fall Pflicht, da so die Spielerzahl von 5 auf 7 erhöht werden kann. Und je mehr Spieler, desto mehr Spaß macht Bohnanza. Mehr als 7 ist übrigens auch kein Problem, wir haben da schon größere Gruppen gehabt…
  • La Isla Bohnità: Die Siedler von Catan haben ihre Seefahrer-Erweiterung bekommen, also bekommt Bohnanza die auch. Leider völlig überflüssig, kam bei uns nur 2-3mal auf den Tisch.
  • Al Cabohne: Keine Erweiterung, sondern eine eigenständige 2-Spieler-Ausgabe (bzw. auch Solospiel). Auch mal nett zu spielen, kommt ans Original in guter Besetzung (5 aufwärts) aber nicht ran. Wer aber gerne in den Besitz von Kidneybohne, Puffbohne und Stangenbohne kommen will, der muss hier zugreifen (lassen sich auch ohne Probleme ins Mehrpersonenspiel mischen)
  • High Bohn: Diese Erweiterung hats zu Amigo geschafft. Und ich kann sie auch nur empfehlen. Irgendwann (so nach einem Jahr) kommt der Punkt, an dem das Handeln bei Bohnanza nicht mehr reicht. Der Pepp geht langsam verloren. Und da kommt “High Bohn” ins Spiel. Jetzt kann man mit dem Geld, dass man durch den Bohnenanbau verdient auch endlich was machen (außer das Spiel zu gewinnen): Nämlich in Gebäude investieren, die einem dann im weiteren Verlauf spezielle Vorteile im Spiel bringen. Die beste Bohnanza-Erweiterung. (Lässt sich übrigens auch mit “Al Cabohne” kombinieren, ist eine Doppelerweiterung. Dadurch wird “Al Cabohne” übrigens auch deutlich aufgewertet.
  • Mutabohn: Hier wird fleißig in den Genen gepanscht, so dass auch verschiedene Sorten auf einem Feld angebaut werden können. Aber Gen-Nahrung ist ja eher verpönt. Bei der Erweiterung siehts bei mir ähnlich aus…
  • Ladybohn: WIR WOLLEN GLEICHBERECHTIGUNG! Ok, könnt ihr haben. Nun gibts also auch Bohnenfrauen und (wer bitte denkt sich denn sowas aus) die weiblichen Bohnen sind dann auch noch mehr Wert als die männlichen. Pft! Mir gefällt die Erweiterung trotzdem, sie führt nur eine minimale Änderung ein (okay, eigentlich auch noch eine etwas größere, aber die Schminkbohne kommt bei uns nicht um Einsatz) und lässt sich daher ohne Probleme mit allen anderen Erweiterungen kombinieren. Bei uns gehört “Ladybohn” mit zur Grundausstattung, die werden gar nicht erst wieder aussortiert. Bringen ja auch noch so eine optische Abwechslung mit rein (wie im echten Leben…)
  • Dschingis Bohn / Bohnaparte: Beides sehr ähnliche Erweiterungen, kann mich gerade nicht an den Unterschied erinnern, schon lange nicht mehr gespielt. Der Anbau und Handel mit den Bohnen rückt ziemlich in den Hintergrund und dient nur zum Geld scheffeln, um den Krieg zu finanzieren. Dieser Krieg findet auf einer Landschaft statt, die mit Karten ausgelegt wurde. So gewinnt Bohnanza einen gewissen Brettspielcharakter und spielt sich wirklich ganz anders. Nach 3-4mal spielen hat man dann aber bald wieder genug und spielt es wieder “richtig”.
  • Eher frustriert von den letzten beiden Erweiterungen hab ich meine Sammelwut dann eingestellt (mittlerweile schreiben wir dann auch schon 2004 und mein Spieleregal füllt sich immer weiter mit anderen Spielen), so dass ich zu Telebohn (feindliche Übernahmen statt Handel, hier eine Rezension), Rabohnzel (eigenständiges Spiel, Rezension gibts hier), Bohnröschen und Kannibohne (keine Ahnung..) nichts sagen kann.
  • Bohnanza-Sammlung

    Und als ob das noch nicht genug wäre (noch alle dabei?) gibts neben diversen Give-Aways von der Spielemesse (Bohnentaler, Bohnenchips, Rundenzähler) auch noch drei eigenständige Spiele, die das Thema übernommen haben, aber ganz andere Wege gehen. Da hätten wir zum einen das Brettspiel Bohn-Hansa (ganz nett), das Fußballspiel Bohnkick (dazu “mehr” auf DonsTag) sowie die SpaceBeans. Letzere kenne ich allerdings nicht…

    Soooo… ganz schön vom Originalspiel abgeschweift, es schadet aber bestimmt nicht, die ganzen Erweiterungen mal wieder zu vergessen und ein paar Fakten zu Bohnanza zusammenzutragen (das einzige Konzept, dass ich mir auferlegt habe).

    Name: Bohnanza
    Verlag: Amigo / Lookout Games
    Autor: Uwe Rosenberg (Erweiterungen teilweise von Hanno Girke)
    Spieler: 3-5, mit Erweiterungen auf 1-7 (von mir auch auch mehr) ausbaubar
    Dauer: 45 Minuten
    Alter: ab 12 Jahren
    Gefällt mir, wenn: ich gerne interaktiv mit meinen Mitspielern handel.
    Positiv: schicke Grafik, macht einfach Spaß, billig, langer Spielspaß (über Jahre hinweg), handlich
    Negativ: nix (man darf halt nicht die falschen Erweiterungen kaufen…
    Regeln: schnell erklärt, nach einer Runde verstanden
    Für: Einsteiger, Fortgeschrittene, Vielspieler, Diskussionsfreudige

    Abschließend ein unbedingter Kaufbefehl (ausnahmsweise mal kein Eizellink, da die Erweiterungen ja auch zum Zuge kommen wollen…):

    PS: Keine Sorge, meine Kritiken werden nicht alle so lang.


    10 Kommentare

    1. Filzo sagt

      am 27. April 2007 @ 12:41

      Hu Don…

      1. dieses/dieser Blog gefällt mir und hat’s auch direkt in den Feedreader geschafft

      2. muss ich auf meine kleine Schwester warten damit ich mit ihr Bohnanza spielen kann, weil ich durch einen Artikel Lust darauf bekommen habe.

    2. Marc sagt

      am 26. Mai 2007 @ 21:36

      Nee, Bohnanza hat mich so geärgert, da muss ich einfach meinen Senf dazugeben. Ich finde das Spiel ziemlich restriktiv. Dauernd muss man was tun. Und das nur, damit die Spieler auch miteinander handeln. Ganz schrecklich, dass da kein Mechanismus gesetzt wurde der einen echten Anreiz schafft. Aber man muss die oberste Karte nehmen, man muss dies, man muss das. Ich fühle mich bei dem Spiel ziemlich ferngesteuert.

    3. tomsen sagt

      am 3. Juni 2007 @ 02:22

      Hallo zusammen,

      das mit der Restriktivität kommt hin. Gerade zu Beginn kommen dann schon einige Zwischenrufe mit “halt du musst doch zuerst …!”. Nach einer weile klappt das jedoch meistens und insgesamt sorgt das Spiel (auch in der Grundausstattung) doch für überraschend langen Spielspaß ;)

      grüße,
      tomsen

    4. Olav Müller sagt

      am 5. Juni 2007 @ 13:55

      Hm … restriktiv … wirklich? In vielen Spielen ist es doch so, dass die Regeln Dir vorgeben, was Du zu tun hast. Ob ich jetzt bei Carcassonne ein Plättchen aus dem Sack ziehen “muss” oder bei Bohnanza die vorderste Karte von meiner Hand spielen “muss” ist qualitativ kein wirklicher Unterschied. Bei Bohnanza habe ich sogar darüberhinaus noch den Vorteil, dass ich weiß, was ich nächste Runde und die Runde danach spielen werde … falls ich so dumm bin und nicht mit meinen Mitspielern handle.

      Würde Dir Bohnanza “besser” gefallen, wenn die Spieler einen verdeckten Stapel von Bohnankarten vor sich liegen haben und zufällig jede Runde die oberste oder die zwei obersten Karten anbauen? (Nicht lachen, gibt es. “Oase” von Moon/Weissblum)

      Ich zumindest fühle mich bei Bohnanza zu nichts gezwungen. Zumindest nicht mehr als bei RoboRally oder 6 nimmt!

    5. DonsTag » Hat Don das Zeug zum neuen Beetlebum? sagt

      am 24. Juli 2007 @ 22:34

      [...] den allerbesten Ruf, das Kartenspiel “Bohnanza” (mehr dazu auf meinem brach liegenden  Spieleblog) allerdings schon (die aktuelle Spielbox-Ausgabe sagt was von 1,4 Millionen verkaufter [...]

    6. miese Gedanken » Bericht von der Front sagt

      am 8. August 2007 @ 16:51

      [...] bestandenen Klausuren mal “Bohnanza” gegönnt. Bohnwas werdet ihr jetzt fragen aber dafür gibt es ja das hochaktuelle, ständig gepflegte Spieleblog vom Don (ist nur etwas ironisch gemeint … etwas [...]

    7. Bohnanza 4 live sagt

      am 26. März 2008 @ 17:07

      Marc du hast ja mal garkein plan!tzzz :roll: Bohnanza und alle erweiterungen sind einfach nur geil!

    8. Serdar sagt

      am 18. September 2009 @ 12:12

      Hi,

      Ich bin Betreiber einer ähnlichen Seite wie Ihre (http://spielelust.net/blog) und möchte hiermit freundlich anfragen, ob es möglich wäre, dass Sie mich in Ihren Blogroll mit aufnehmen könnten.

      Ich wäre Ihnen hierfür sehr dankbar und verbleibe

      mit freundlichen Grüßen

      Serdar Dedemen

    9. donvanone sagt

      am 18. September 2009 @ 12:19

      @Serdar: Klar, ist gemacht

    10. Serdar sagt

      am 18. September 2009 @ 12:40

      Super danke dir. :lol:

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