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Spiel des Jahres 2009: Dominion

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Vor wenigen Minuten wurde das Spiel des Jahres 2009 gekürt und nach einigen eher durchwachsenen Jahren (in denen die Auszeichnung als “Spiel des Jahres” für den Vielspieler eher hieß: “Finger weg, das ist was ganz banales, damit es auch die Oma und der 8-jährige Enkel auf Anhieb verstehen”) ist es nun auch endlich mal wieder ein Spiel, bei dem ich diese Auszeichnung wirklich für angebracht halte.

dominion

Denn Dominion ist ganz anders als die Spiele, die bisher auf meinen Tisch kamen und bietet mit seiner Vielzahl an Karten ein immer wieder neues und anderes Spielerlebnis.
Mal kurz, worum es geht: Jeder Spieler startet mit 10 Karten auf der Hand, sieben Kupferkarten (=1 Geld) und drei Siegpunktkarten. Jede Runde besteht nun daraus, dass man 5t Karten auf der Hand hat, diese ausspielt und sich von dem Geld neue Karten kauft. Dies können Geldkarten (bis zu 3 Geld pro Karte), Punktekarten (bis zu 6 Punkte pro Karte) oder Aktionskarten sein.
Das Geld, das man für den Kauf ausgegeben hat, kommt aber nicht in irgendeine Bank, sondern auf den eigenen Ablagestapel, um später wieder in die Handkarten mit einzufließen. Man gibt es also nicht wirklich aus. Auf eben diesen Ablagestapel kommen dann auch die neu erworbenen Karten und die nicht genutzten Handkarten, so dass man die nächste Runde wieder mit 5 neuen Karten startet.
Pro Runde darf man nur eine Aktionskarte ausführen. Diese erlauben einem dann zum Beispiel, mehr Karten nachzuziehen, doch noch mehr Aktionskarten auszuspielen, zusätzliches Geld auszugeben, oder oder oder. Insgesamt gibt es 25 verschiedene Aktionskarten (je 10mal), wobei aber pro Partie nur 10 davon zum Einsatz kommen. Die Mathematiker unter euch können ja mal ausrechnen, mit wie vielen unterschiedliche Kartenkombinationen man also starten kann, was immer wieder ein anderes Spiel mit anderen Taktiken gibt.

Der Clou an der Sache ist nun, dass eben alle gekauften Karten, auch die Punktekarten auf den Ablagestapel und somit später auf die Hand kommen. Und das ist nicht immer toll, denn die Punktekarten haben im Spiel zum Beispiel keinerlei Funktion, sie zählen nur am Ende des Spiels. Während dem Spiel stören sie nur, denn sie nehmen auf der Hand ja den Platz für die wichtigen Geldkarten weg. Man sollte also nicht zu früh anfangen, sich Punktekarten einzukaufen, da man dadurch später nur ausgebremst wird. Auch zu viele Aktionskarten können hinderlich sein, denn da ist ohne Geld dann auch nicht viel möglich.

Die Regeln sind schnell erklärt und leicht verstanden (die taktischen Feinheiten brauchen dann natürlich ein wenig länger, aber genau so muss das sein. Viel schlimmer sind da ja Spiele, die eigentlich ganz simpel sind, wo man aber Stunden braucht um die Anleitung zu erklären und immer wieder die Mitspieler beruhigen muss, dass das ja “alles ganz leicht” sei, wenn man es erst mal spielt) und das Spiel an sich dauert auch nicht wirklich lange, wodurch es sicher öfter auf dem Tisch landen wird.

Aber ich hab auch was zu meckern (andere empfinden das nicht als Schwachpunkt): Mir fehlt ein wenig die Interaktion. Im Basisspiel gibt es nicht wirklich viele Karten, die die Mitspieler betreffen und diese Karten haben sich in unseren Spielrunden eher als relativ schwach erweisen, weshalb sie kaum zum Einsatz kommen. Das führt dazu, dass man quasi nebenher spielt und es sich teilweise so anfühlt, als würde jeder ein Solitärspiel spielen, bei dem dann halt am Ende geguckt wird, wer es denn ab Besten gemeistert hat. Daher spielen wir Dominion auch meistens nur zu zweit (geht bis zu vier Spielern), da man sonst einfach zu lange auf seinen Zug wartet. Aber das ist sicher auch ein Punkt der Kartenauswahl und es scheint so, als wäre die erste Erweiterung “Dominion – Die Intrige” (auch eigenständig spielbar), die in diesen Tagen erscheint (einen besseren Termin konnte es dafür wohl nicht geben) ein weiterer Schritt Richtung Interaktivität.

Aber auch trotz dieses Mankos, spreche ich eine unbedingte Kaufempfehlung aus (hier der passende Amazon-Partnerlink), denn Dominion war tatsächlich eines der besten Spiele, die ich im letzten Jahr zwischen die Finger bekommen habe. Besser war glaub nur noch “Gift Trap” (dazu demnächst hier mehr), welches auch mit dem Sonderpreis Partyspiel ausgezeichnet wurde. Daher kann ich nur sagen: Die von mir oft gescholtene “Spiel des Jahres”-Jury hat in diesem Jahr ganze Arbeit geleistet, ich bin begeistert!

PS: Dominion ist natürlich auch ein klasse Reisespiel, allerdings ist da die Verpackung eindeutig zu groß, was auch aufgrund des Materials nicht wirklich nötig ist. Hier gibt es eine Bastel-Anleitung, zu einer kleineren Schachtel, ich persönlich nehme aber die Kiste von “Don”, die sich hierfür optimal eignet. Un die Spielkarten von Don, die minimal größer als die von Dominion sind, eigenen sich dann auch noch perfekt als Trennwände zwischen den einzelnen Karten. Nur mal so als Geheimtipp ;-)

Seenot im Rettungsboot

Spiel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 Stimmen, Schnitt: 4,50 von 5)
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Seenot im Rettungsboot

Der Untertitel dieses Spieles sagt eigentlich schon alles aus. Er lautet: “Das basisdemokratische Katastrophenspiel”.

Kommen wir zuerst zur Katastrophe: Ein Schiff ist gesunken und alle Mitspieler versuchen nun, so viele ihrer 6 Männer wie möglich mit den Resttungsbooten ans rettende Eiland (genauer gesagt: die rettenden Inseln) zu bringen. Und um das zu erreichen, braucht man nicht etwa gutes Würfelglück oder die perfekte Strategie, sondern nur das, was auch Barack Obama geholfen hat: Überzeugung. Denn alles in diesem Spiel wird demokratisch entschieden, Jede Aktion wird unter allen Spielern abgestimmt und dann nach Mehrheitswillen (ok, nicht immer, siehe weiter unten) durchgeführt.

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Finstere Flure

Spiel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 Stimmen, Schnitt: 4,25 von 5)
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Finstere Flure

So, es wird mal wieder Zeit für eine kurze Spielekritik. Und wer sich an dieser Stelle wundert, warum es denn hier jetzt um “Finstere Flure” geht, wo das Spiel doch schon 2003 auf den Markt geworfen wurde, bekommt folgende Antwort von mir: Weil mir der Erscheinungstermin ziemlich egal ist. Ich will hier ja nicht den Vielspielern die Neuigkeiten vorstellen (dazu habe ich momentan auch viel zu wenig Zeit die Neuigkeiten zu kaufen und zu spielen (im Idealfall erst spielen, dann kaufen)), sondern den Wenigspielern oder Garnichtspielern tolle Spiele näher bringen, die ich besonders gut finde. Und das kann dann halt auch mal ein Spiel sein, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Schlechter wird es dadurch meistens nicht.

Also zurück zum Spiel. Finstere Flure ist von einem meiner Lieblingsautoren, nämlich Friedemann Friese. Und wenn ich den Unkundigen sage, dass er auch noch so Spiele gemacht hat wie “Fiese Freunde, Fette Feten“, “Fische Fluppen Frikadellen“, “Fiji”, “Funkenschlag“, “Friesematenten” oder auch (das leider eher maue) “Fürchterliche Feinde“, dann kommt ihr sicher selber drauf, was seine Spiele aus dem eigenen Verlag 2F-Spiele gemeinsam haben, oder? genau: Die grüne Verpackung. Ok, ihr habt sicher an was anderes gedacht, aber wenn ich euch ein Foto von Friedemann Friese gezeigt hätte (zum Beispiel das hier, er ist der rechte), hättet ihr die Farbe evtl. auch erraten können…

Aber ich schweife schon wieder ab. Zu den anderen Spielen werde ich hier sicher auch noch kommen, jetzt aber erst einmal “Finstere Flure”. Ein wichtiger Punkt, warum das Spiel bei uns schon so oft auf den Tisch kam ist unter anderem die Spielerzahl. Denn hier können satte 7 Personen ans Spielbrett gebracht werden, was nicht immer leicht ist (um nochmal leicht abzuschweifen: richtig fett ist es, wenn man drei Ausgaben von “Fische Fluppen Frikadellen” parat hat, denn dann kann man ein großes Spiel mit 15 Spielern machen. Dazu aber wie gesagt ein anderes mal mehr…). Und da die Regeln jetzt nicht wirklich so schwer sind und auch in der Anfangsphase des Spiels noch gut gelernt werden können, ist es auch für Neulinge kein Problem.

Worum geht es eigentlich? Nun, Aufgabe eines jeden Spielers ist es, möglichst schnell mit allen seinen drei Spielfiguren das FVerlies zu verlassen und dabei nicht unbedingt dem furchtbaren Monster vor die Füße zu laufen. Die eigenen Figuren haben dabei zwei Seiten, die jeweils mit Zahlen versehen sind, wobei die Summe beider Zahlen (wie bei einem Würfel) Sieben ergeben (eine Figur mit 6/1, eine mit 5/2 und die dritte mit 4/3). Immer, wenn eine Figur bewegt wird, wird sie umgedreht, so dass man in einer Runde große Sprünge machen kann, in der nachfolgenden dann aber im schlimmsten Fall kaum vom Fleck kommt. Sind alle Figuren einmal bewegt, macht sich das Monster auf den Weg. Und hier kommt das besonders raffinierte an dem Spiel zum Tragen: Die Zugweite des Monsters wird zwar zufällig gezogen, die Bewegung ist dann allerdings klar definiert: Das Monster kann in drei Richtungen sehen (vorne, links und rechts) und läuft immer in die Richtung, in der er das nächstliegende Opfer sieht. Nach jedem einzelnen Schritt wird dies erneut überprüft. So hat der Spieler, der als letzter seine Figur bewegen darf evtl. die Möglichkeit, durch eine geschickte Position das Monster so anzulocken, dass es in Richtung der gegnerischen Spieler wandert. Das ist immer der lustigste Teil am Spiel, wenn man erst jetzt bemerkt, wie fies sich andere Spieler platziert haben, oder was für ein wichtiges Detail man in seinem Plan übersehen hat und nun doch selber gefressen wird.

Und damit das ganze noch verzwickter wird, gibt es im Verlies noch Steine, die das Sichtfeld des Monsters behindern, die aber munter verschoben werden können, was besonders ärgerlich ist, wenn es der eigene Schutzwall war. Auch rutschige Blutlachen (um sich schneller fortzubewegen) oder Teleporter machen das Leben leichter oder auch schwerer. Denn auch ein Monster kann so auf einmal an einem Ort auftauchen, den man so doch nicht geplant hatte .
Durch die zufällige Zugweite des Monsters kommt ein wenig Glück ins Spiel, alles in allem ist es aber eher taktischer Natur. Dies nimmt aber mit steigender Anzahl der Mitspieler auch ab, da es so kaum noch möglich wird, den Weg des Monsters vorherzusagen.
Bisher hab ich noch niemanden angetroffen, dem das Spiel nicht gefallen hat, was auch durch die sehr schöne (fiese) Grafik (wie eigentlich immer bei Spielen von Friedemann Friese. Verantwortlich dafür ist übrigens Maura Kalusky) unterstützt wird.

Für mich eines der besten 2F-Spiele und somit auch insgesamt eine sehr gute Wahl. Eben auch, weil es auch mit Neulingen gespielt werden kann, was oft ein wichtiges Kriterium ist.

Name: Finstere Flure
Verlag: 2F-Spiele
Autor: Friedemann Friese
Spieler: 2-7
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Gefällt mir, wenn: ich nichts gegen Ärger-Spiele habe und nicht zu strategisch spielen will.
Positiv: witzige Grafik, gutes Material (das Monster kann man sich in vielen Varianten zusammenbasteln), sehr viel Spaß, bis zu 7 Spieler.
Negativ: mit 60-90 Minuten nicht mal eben zwischendurch gespielt
Regeln: schnell erklärt, nach einer Runde verstanden, können komplexer gestaltet werden (verschiedene Elemente, die im Verlies verteilt werden können)

Für: Einsteiger, Fortgeschrittene, Vielspieler

Cash’n Guns (bzw. Ca$h’n Gun$)

Spiel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 Stimmen, Schnitt: 3,67 von 5)
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Kommen wir heute mal zu meinem Highlight von der Spielemesse 2005: Cash’n Guns. Gleich vorweg: Das Spiel ist sicher nicht jedermanns Geschmack, da man mit Schaumstoffwaffen auf seine Mitspieler zielen muss. Meinen Humor trifft es aber perfekt und auch die skeptischeren Mitspieler waren sehr schnell überzeugt.

Cash’n Guns

Worum gehts? Die Spieler sind Ganoven, die gerade erfolgreiche einen Überfall getätigt haben. Jetzt sitzen sie also in ihrem Unterschlupf und wollen die Beute (gaaanz viel Geld) möglichst gerecht unter sich aufteilen. Und damit da jeder einzelne für sich am gerechtesten behandelt wird, nutzt man dazu einfach mal die Macht der Waffe.

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Bohnanza (inkl. Erweiterungen)

Spiel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (14 Stimmen, Schnitt: 4,50 von 5)
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Bohnanza

Die Frage, womit ich denn “Der will doch nur spielen” beginne, war schnell beantwortet: Natürlich mit “Bohnanza”. Denn das ist schließlich das Spiel, dass auch für meine Spielebegeisterung den Grundstein legte. Klar, vorher hab ich auch schon viel und gerne gespielt, aber da war ich ja noch ein Kind. Bohnanza hat das Spielen dann erwachsen gemacht und für immer vollere Regale gesorgt.

Schuld war meine Tante. Die hat mir irgendwann vor (oder am Anfang von) meinem Studium ein Kartenspiel geschenkt. Da sie in einer Bücherei arbeitet, kann sie immer die neusten Spiele testen und so kam sie dann an diese Perle ran (auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1997. Warum auch immer Bohnanza da nicht gewonnen hat, das ist heute ein echter Klassiker, davon gibts nicht viele. Gerade mal (wird ne große Klammer) nachgucken, wer denn gewonnen hat. Ahja: “Mississippi Queen“. Auch nicht schlecht, aber jetzt nicht der Überbringer. Falsche Entscheidung. Wie so oft…). Aber wo war ich: Genau: Das Studium hatte angefangen und ich hatte da dieses eine einsame Spiel im Regal liegen. Aber dieses eine Kartenspiel hat uns sehr viele Abende beschäftigt und für so manchen Kuhhandel gesorgt.

So langsam wird wohl mal Zeit zu erklären, worum es denn überhaupt geht (ein kleiner Einschub ist noch schnell erlaubt, oder? Ok: Nein, ich hab nicht wirklich ein Konzept und schreibe so, wie ich immer schreibe, also gerade so, wie es rausblubbert. Und noch ein Hinweis: Ich bin hier nicht da, um euch die Spiele zu erklären (wobei ich Fragen natürlich beantworte). Ich skizziere nur, worum es geht und wie es sich spielt. In die Regeln solltet ihr dann vor dem losspielen trotzdem noch gucken…). Also, es geht um den Anbau und Verkauf von Bohnen. Dummerweise hat man nur 2 (bzw. 3, wenn man dafür Geld investiert) Felder, auf denen man jeweils nur eine Sorte anbauen darf. Und so kommt es dann, dass man oft Karten auf der Hand hat, die man gar nicht gebrauchen kann und darum versucht, die gegen etwas viel tolleres mit den Mitspielern zu tauschen. Und diese Handelsphase, die in “Die Siedler von Catan” in schwächerer Form auch gegeben ist, ist das, was das Spiel zu so etwas besonderem macht. Da werden Gebote über den Tisch gebrüllt, Gegenvorschläge gemacht, der Nebenbuhler schlecht geredet und vorherige Abmachungen einfach mal nicht eingehalten.

Wer ganz am Anfang aufgepasst hat, der wird festgestellt haben, dass Bohnanza in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag feiert. Passend dazu gibt es zum einen das Spiel in einer schicken Blechdose (für nicht mal 5 Euro, wer das Spiel nicht hat, macht hier ganz sicher keinen Fehler!). Außerdem führt Lookout Games (einer der beiden Verlage, dazu später mehr) wie auch schon bei dem Kartenspiel “Der Drachenbändiger von Zavandor” (siehe dazu auch meine Artikel auf DonsTag) einen Malwettbewerb aus. Jeder ist aufgerufen, die verschiedenen Bohnensorten (Feuerbohne, blaue Bohne, Gartenbohne, Brechbohne etc.) zu zeichnen. Die 104 besten Bohnen schaffen es dann in eine Fan-Edition. Mehr dazu auf dem Blog von Lookout Games. [UPDATE: Das Spiel ist jetzt im Handel, mit dabei zwei von mir gezeichnete Bohnenkarten]

Aber wer ist nun Lookout Games? Bohnanza erscheint bei Amigo, der Autor (Uwe Rosenberg) vertreibt aber jährlich im Kleinverlag Lookout Games eine limitierte (2.500 Stück) Erweiterung für Bohnanza, von denen es die besonders tollen dann wieder in größerer Auflage zu Amigo schaffen. Hier mal eine kurze, sehr subjektive Einschätzung meinerseits zu den Erweiterungen:

  • Bohnanza Erweiterungs-Set: Bei Amigo erschienen, ich hab noch die alte Version, die neue hat noch irgendwas mit Aufträgen dabei, da kenn ich aber nicht. Diese Erweiterung ist aber auf jeden Fall Pflicht, da so die Spielerzahl von 5 auf 7 erhöht werden kann. Und je mehr Spieler, desto mehr Spaß macht Bohnanza. Mehr als 7 ist übrigens auch kein Problem, wir haben da schon größere Gruppen gehabt…
  • La Isla Bohnità: Die Siedler von Catan haben ihre Seefahrer-Erweiterung bekommen, also bekommt Bohnanza die auch. Leider völlig überflüssig, kam bei uns nur 2-3mal auf den Tisch.
  • Al Cabohne: Keine Erweiterung, sondern eine eigenständige 2-Spieler-Ausgabe (bzw. auch Solospiel). Auch mal nett zu spielen, kommt ans Original in guter Besetzung (5 aufwärts) aber nicht ran. Wer aber gerne in den Besitz von Kidneybohne, Puffbohne und Stangenbohne kommen will, der muss hier zugreifen (lassen sich auch ohne Probleme ins Mehrpersonenspiel mischen)
  • High Bohn: Diese Erweiterung hats zu Amigo geschafft. Und ich kann sie auch nur empfehlen. Irgendwann (so nach einem Jahr) kommt der Punkt, an dem das Handeln bei Bohnanza nicht mehr reicht. Der Pepp geht langsam verloren. Und da kommt “High Bohn” ins Spiel. Jetzt kann man mit dem Geld, dass man durch den Bohnenanbau verdient auch endlich was machen (außer das Spiel zu gewinnen): Nämlich in Gebäude investieren, die einem dann im weiteren Verlauf spezielle Vorteile im Spiel bringen. Die beste Bohnanza-Erweiterung. (Lässt sich übrigens auch mit “Al Cabohne” kombinieren, ist eine Doppelerweiterung. Dadurch wird “Al Cabohne” übrigens auch deutlich aufgewertet.
  • Mutabohn: Hier wird fleißig in den Genen gepanscht, so dass auch verschiedene Sorten auf einem Feld angebaut werden können. Aber Gen-Nahrung ist ja eher verpönt. Bei der Erweiterung siehts bei mir ähnlich aus…
  • Ladybohn: WIR WOLLEN GLEICHBERECHTIGUNG! Ok, könnt ihr haben. Nun gibts also auch Bohnenfrauen und (wer bitte denkt sich denn sowas aus) die weiblichen Bohnen sind dann auch noch mehr Wert als die männlichen. Pft! Mir gefällt die Erweiterung trotzdem, sie führt nur eine minimale Änderung ein (okay, eigentlich auch noch eine etwas größere, aber die Schminkbohne kommt bei uns nicht um Einsatz) und lässt sich daher ohne Probleme mit allen anderen Erweiterungen kombinieren. Bei uns gehört “Ladybohn” mit zur Grundausstattung, die werden gar nicht erst wieder aussortiert. Bringen ja auch noch so eine optische Abwechslung mit rein (wie im echten Leben…)
  • Dschingis Bohn / Bohnaparte: Beides sehr ähnliche Erweiterungen, kann mich gerade nicht an den Unterschied erinnern, schon lange nicht mehr gespielt. Der Anbau und Handel mit den Bohnen rückt ziemlich in den Hintergrund und dient nur zum Geld scheffeln, um den Krieg zu finanzieren. Dieser Krieg findet auf einer Landschaft statt, die mit Karten ausgelegt wurde. So gewinnt Bohnanza einen gewissen Brettspielcharakter und spielt sich wirklich ganz anders. Nach 3-4mal spielen hat man dann aber bald wieder genug und spielt es wieder “richtig”.
  • Eher frustriert von den letzten beiden Erweiterungen hab ich meine Sammelwut dann eingestellt (mittlerweile schreiben wir dann auch schon 2004 und mein Spieleregal füllt sich immer weiter mit anderen Spielen), so dass ich zu Telebohn (feindliche Übernahmen statt Handel, hier eine Rezension), Rabohnzel (eigenständiges Spiel, Rezension gibts hier), Bohnröschen und Kannibohne (keine Ahnung..) nichts sagen kann.
  • Bohnanza-Sammlung

    Und als ob das noch nicht genug wäre (noch alle dabei?) gibts neben diversen Give-Aways von der Spielemesse (Bohnentaler, Bohnenchips, Rundenzähler) auch noch drei eigenständige Spiele, die das Thema übernommen haben, aber ganz andere Wege gehen. Da hätten wir zum einen das Brettspiel Bohn-Hansa (ganz nett), das Fußballspiel Bohnkick (dazu “mehr” auf DonsTag) sowie die SpaceBeans. Letzere kenne ich allerdings nicht…

    Soooo… ganz schön vom Originalspiel abgeschweift, es schadet aber bestimmt nicht, die ganzen Erweiterungen mal wieder zu vergessen und ein paar Fakten zu Bohnanza zusammenzutragen (das einzige Konzept, dass ich mir auferlegt habe).

    Name: Bohnanza
    Verlag: Amigo / Lookout Games
    Autor: Uwe Rosenberg (Erweiterungen teilweise von Hanno Girke)
    Spieler: 3-5, mit Erweiterungen auf 1-7 (von mir auch auch mehr) ausbaubar
    Dauer: 45 Minuten
    Alter: ab 12 Jahren
    Gefällt mir, wenn: ich gerne interaktiv mit meinen Mitspielern handel.
    Positiv: schicke Grafik, macht einfach Spaß, billig, langer Spielspaß (über Jahre hinweg), handlich
    Negativ: nix (man darf halt nicht die falschen Erweiterungen kaufen…
    Regeln: schnell erklärt, nach einer Runde verstanden
    Für: Einsteiger, Fortgeschrittene, Vielspieler, Diskussionsfreudige

    Abschließend ein unbedingter Kaufbefehl (ausnahmsweise mal kein Eizellink, da die Erweiterungen ja auch zum Zuge kommen wollen…):

    PS: Keine Sorge, meine Kritiken werden nicht alle so lang.