Finstere Flure

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Finstere Flure

So, es wird mal wieder Zeit für eine kurze Spielekritik. Und wer sich an dieser Stelle wundert, warum es denn hier jetzt um “Finstere Flure” geht, wo das Spiel doch schon 2003 auf den Markt geworfen wurde, bekommt folgende Antwort von mir: Weil mir der Erscheinungstermin ziemlich egal ist. Ich will hier ja nicht den Vielspielern die Neuigkeiten vorstellen (dazu habe ich momentan auch viel zu wenig Zeit die Neuigkeiten zu kaufen und zu spielen (im Idealfall erst spielen, dann kaufen)), sondern den Wenigspielern oder Garnichtspielern tolle Spiele näher bringen, die ich besonders gut finde. Und das kann dann halt auch mal ein Spiel sein, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Schlechter wird es dadurch meistens nicht.

Also zurück zum Spiel. Finstere Flure ist von einem meiner Lieblingsautoren, nämlich Friedemann Friese. Und wenn ich den Unkundigen sage, dass er auch noch so Spiele gemacht hat wie “Fiese Freunde, Fette Feten“, “Fische Fluppen Frikadellen“, “Fiji”, “Funkenschlag“, “Friesematenten” oder auch (das leider eher maue) “Fürchterliche Feinde“, dann kommt ihr sicher selber drauf, was seine Spiele aus dem eigenen Verlag 2F-Spiele gemeinsam haben, oder? genau: Die grüne Verpackung. Ok, ihr habt sicher an was anderes gedacht, aber wenn ich euch ein Foto von Friedemann Friese gezeigt hätte (zum Beispiel das hier, er ist der rechte), hättet ihr die Farbe evtl. auch erraten können…

Aber ich schweife schon wieder ab. Zu den anderen Spielen werde ich hier sicher auch noch kommen, jetzt aber erst einmal “Finstere Flure”. Ein wichtiger Punkt, warum das Spiel bei uns schon so oft auf den Tisch kam ist unter anderem die Spielerzahl. Denn hier können satte 7 Personen ans Spielbrett gebracht werden, was nicht immer leicht ist (um nochmal leicht abzuschweifen: richtig fett ist es, wenn man drei Ausgaben von “Fische Fluppen Frikadellen” parat hat, denn dann kann man ein großes Spiel mit 15 Spielern machen. Dazu aber wie gesagt ein anderes mal mehr…). Und da die Regeln jetzt nicht wirklich so schwer sind und auch in der Anfangsphase des Spiels noch gut gelernt werden können, ist es auch für Neulinge kein Problem.

Worum geht es eigentlich? Nun, Aufgabe eines jeden Spielers ist es, möglichst schnell mit allen seinen drei Spielfiguren das FVerlies zu verlassen und dabei nicht unbedingt dem furchtbaren Monster vor die Füße zu laufen. Die eigenen Figuren haben dabei zwei Seiten, die jeweils mit Zahlen versehen sind, wobei die Summe beider Zahlen (wie bei einem Würfel) Sieben ergeben (eine Figur mit 6/1, eine mit 5/2 und die dritte mit 4/3). Immer, wenn eine Figur bewegt wird, wird sie umgedreht, so dass man in einer Runde große Sprünge machen kann, in der nachfolgenden dann aber im schlimmsten Fall kaum vom Fleck kommt. Sind alle Figuren einmal bewegt, macht sich das Monster auf den Weg. Und hier kommt das besonders raffinierte an dem Spiel zum Tragen: Die Zugweite des Monsters wird zwar zufällig gezogen, die Bewegung ist dann allerdings klar definiert: Das Monster kann in drei Richtungen sehen (vorne, links und rechts) und läuft immer in die Richtung, in der er das nächstliegende Opfer sieht. Nach jedem einzelnen Schritt wird dies erneut überprüft. So hat der Spieler, der als letzter seine Figur bewegen darf evtl. die Möglichkeit, durch eine geschickte Position das Monster so anzulocken, dass es in Richtung der gegnerischen Spieler wandert. Das ist immer der lustigste Teil am Spiel, wenn man erst jetzt bemerkt, wie fies sich andere Spieler platziert haben, oder was für ein wichtiges Detail man in seinem Plan übersehen hat und nun doch selber gefressen wird.

Und damit das ganze noch verzwickter wird, gibt es im Verlies noch Steine, die das Sichtfeld des Monsters behindern, die aber munter verschoben werden können, was besonders ärgerlich ist, wenn es der eigene Schutzwall war. Auch rutschige Blutlachen (um sich schneller fortzubewegen) oder Teleporter machen das Leben leichter oder auch schwerer. Denn auch ein Monster kann so auf einmal an einem Ort auftauchen, den man so doch nicht geplant hatte .
Durch die zufällige Zugweite des Monsters kommt ein wenig Glück ins Spiel, alles in allem ist es aber eher taktischer Natur. Dies nimmt aber mit steigender Anzahl der Mitspieler auch ab, da es so kaum noch möglich wird, den Weg des Monsters vorherzusagen.
Bisher hab ich noch niemanden angetroffen, dem das Spiel nicht gefallen hat, was auch durch die sehr schöne (fiese) Grafik (wie eigentlich immer bei Spielen von Friedemann Friese. Verantwortlich dafür ist übrigens Maura Kalusky) unterstützt wird.

Für mich eines der besten 2F-Spiele und somit auch insgesamt eine sehr gute Wahl. Eben auch, weil es auch mit Neulingen gespielt werden kann, was oft ein wichtiges Kriterium ist.

Name: Finstere Flure
Verlag: 2F-Spiele
Autor: Friedemann Friese
Spieler: 2-7
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Gefällt mir, wenn: ich nichts gegen Ärger-Spiele habe und nicht zu strategisch spielen will.
Positiv: witzige Grafik, gutes Material (das Monster kann man sich in vielen Varianten zusammenbasteln), sehr viel Spaß, bis zu 7 Spieler.
Negativ: mit 60-90 Minuten nicht mal eben zwischendurch gespielt
Regeln: schnell erklärt, nach einer Runde verstanden, können komplexer gestaltet werden (verschiedene Elemente, die im Verlies verteilt werden können)

Für: Einsteiger, Fortgeschrittene, Vielspieler


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