Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 1

Jedes Jahr spiele ich auf der Messe in Essen einen ganzen Haufen Spiele, aber nie hab ich mal meine Meinung zu diesen niedergeschrieben. Das soll sich dieses Jahr ändern. Darum gehts heute los mit den Spielen von meinem ersten Messetag (ich war drei Tage da, insgesamt (nur) 22 Spiele gespielt und 3 lediglich erklären lassen). Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
Los gehts, alle Links sind übrigens Partnerlinks, d.h. wenn ihr über diese das Spiel kauft, zahlt ihr so viel wie sonst auch, ich selber bekomme davon aber einen kleinen Teil Provision…

Small World (Days of Wonder)
Die Neuauflage von “Vinci”, welches ich vor einiger Zeit auch mal gespielt habe. Small World sieht nicht nur besser aus, sondern hat auch noch ein paar Anpassungen erfahren, die ich hier jetzt aber nicht aufzählen werde. Wichtig ist doch nur, dass Small World in meinen beiden Testspielen sowohl mit 2 als auch mit 4 Spielern (5 können es maximal spielen) spannend und spaßig war.
Zählt zwar nicht als Messeneuheit (da es schon im Frühjahr in Nürnberg veröffentlicht wurde), aber dennoch mein diesjähriges Highlight und daher auch sofort gekauft. Nur die beiden Erweiterungen (noch?) nicht, denn 8 Euro für wenige zusätzliche Rassen war dann doch etwas viel…
Wertung: 8,5/10

Identik (Asmodee)
Auch eine Neuauflage, nämlich von “Portrayal”, welches ich zwar noch nicht gespielt, aber schon von gelesen und für “das sollte ich mir mal angucken” befunden habe. Kurzregel: Ein Spieler sieht eine Zeichnung, die er den anderen Spielern erklären muss. Diese haben dann (wenig) zeit, die Erklärung ihrerseits wieder in eine Zeichnung zu verwandeln. Anschließend gibt es Punkte. Allerdings nicht für Schönheit, sondern für die Erfüllung von bestimmten Kriterien, die dem Erklärer vorher auch nicht bekannt waren (z.B. die Lage zweier Dinge zueinander, die Anzahl von Streifen auf einem Pullover oder ähnliches).
Hört sich ok bis interessant an, ist dann gespielt aber doch noch lustiger, als ich es mir vorgestellt habe. Ja, es hat wirklich Spaß gemacht, war mir dann aber auch viel zu teuer (25 Euro), da man ja jedes Bild quasi nur ein einziges mal spielen kann, da man danach die Kriterien kennt. Aber in ein paar Jahren, wenn der Preis gesunken ist, könnte ich da noch zugreifen…
Wertung: 6/10

Steel Driver (Pegasus)
Nur ein Lückenfüller, da “Pandemie” gerade nicht frei war. Und wir waren dann auch nicht wirklich traurig, als wir das Spiel dann abbrechen mussten, als der Pandemie-Tisch frei wurde. Irgendwie war alles mehr kompliziert als komplex, nicht wirklich flüssig spielbar und nicht vorhersehbar, wer denn jetzt gut und wer schlecht ist.
Wertung: 3/10

Pandemie mit Erweiterung (Pegasus Spiele)
Von Pandemie hatte ich es hier ja schonmal. Jetzt konnte ich es also endlich spielen (in relativ leichtem Modus, mit einem der zusätzlichen Module aus dem Erweiterungsset) und konnte meine vorausgehende Begeisterung zum Glück bestätigen. Ein sehr schönes kooperatives Spiel, bei dem (zumindest in unserer Runde) zum Glück nicht der Kommandier-Modus (einer sagt quasi allen, was sie machen müssen) ausgebrochen ist, sondern jeder noch relativ frei für sich entschieden hat. Beides direkt auf meinem Wunschzettel gelandet.
Wertung: 8/10

Funkenschlag Farbikmanager (2F)
Hier handelt es sich (auch wenn es der Name vermuten lässt) nicht um eine (weitere) Erweiterung für das tolle Spiel “Funkenschlag“, sondern um ein eigenständiges Spiel, dass halt auch (unter anderem) Energie als Thema hat. Es geht darum, eine Firma auf den Gebieten Stromverbrauch, Produktivität, Lagerbestand und Arbeitskraft zu optimieren und möglichst viel Geld einzuspielen.
Der Bezug zu Funkenschlag ist dabei dann aber nicht nur über die Energie gegeben, sondern auch über das ähnliche Spielgefühl, dass durch die Versteigerung aufkommt. Trotzdem zwei sehr unterschiedliche Spiele, von dem Funkenschlag klar das Bessere ist, aber auch gut 2-3 mal so lange dauert wie der Fabrikmanager (der mit ca. 60 Minuten auskommt). Da wir Funkenschlag im (eh schon zu vollen) Regal haben und mir beim Fabrikmanager auch ein wenig die Interaktivität fehlt, blieb es dann doch ungekauft, war aber eine knappe Entscheidung…
Wertung: 6,5/10

Das perfekte Alibi (Heidelberger)
Hier habe ich nur die Regeln gelesen und da Material angeschaut. Mit nur 4 Spielern und auf der Messe machte das irgendwie keinen Sinn zu spielen. Mein erster Eindruck war auch nicht der tollste, nachdem ich die Regeln jetzt aber nochmal angeschaut habe, glaub ich aber, dass das ein ganz nettes Partyspiel sein könnte, wenn man es richtig angeht. Da die Regeln eigentlich ausreichen und man mit etwas Eigenphantasie gar kein Material braucht, werde ich das in zwei Wochen einfach mal mit einer größeren Menge Mitspieler ausprobieren. Evtl. wirds dann ja doch gekauft, 9 Euro ist ja nun wirklich nicht viel…
Wertung: – (nicht gespielt)

Mein Name ist Hase Elch (Heidelberger)
Nochmal der Heidelberger Spieleverlag, nochmal ein Spiel, das wir nicht selber gespielt haben und wo es hier noch schwerer ist, zu erahnen, ob es Spaß machen kann oder nicht. Im Endeffekt geht es wohl nur darum, dass jeder Spieler wilde Verrenkungen macht und das ganze irgendwann abrupt aufhört und jeder komisch aussieht. Den Aufwand, dann die Punkte zu errechnen könnte man vermutlich sogar sparen, zumal hier Diskussionen wohl nicht ausgeschlossen sind.
Nix für meien Spielrunde, eher was für Kinder.
Wertung: – (nicht gespielt)

Who would win (Gorilla Games)
Auch wieder ein Spiel, für das man mit Eigenphantasie gar kein Material braucht, wir haben es aber dann trotzdem gekauft. Schließlich muss man Kleinverlage unterstützen und die Phantasie der Autoren ist dann vielleicht doch größer als die eigene.
Die Regeln sind auch schnell erklärt: Zwei Spieler schlüpfen in die Rolle einer berühmten Persönlichkeit (davon gibt es eine Menge in dem Spiel, teilweise (da es ein amerikanischer Verlag ist), sind mir die nicht bekannt, aber da deren Beruf auch dabei steht (z.B. Football-Spieler), ist das kein Problem) und Anschließend wird eine Kategorie ausgelost, in der die beiden gegeneinander antreten. Das kann z.B. “Kinder groß ziehen”, “Angeln” oder “Armdrücken” sein. Nun hat jeder Spieler 20 Sekunden zeit, ein Plädoyer abzugeben, warum gerade sein Charakter in dieser Kategorie gewinnen würde. Die anderen Mitspieler entscheiden dann, wer gewonnen hat. So einfach.
Wertung: 6,5/7 (nach einer einzigen Plädoyer-Runde)

Hive (Huch & Friends)
Schon ein älteres Spiel, das wir nun doch auch mal getestet haben. Es handelt sich um ein strategisches Zweipersonenspiel, bei dem jeder einen Tierschwarm besitzt (aus einer Bienenkönigin, Ameisen, Käfern, Heuschrecken und Spinnen) und der Spieler verloren hat, dessen Bienenkönigin zuerst von allen Seiten von anderen (auch eigenen) Tieren umzingelt ist. Jedes Tier hat dabei andere Zugmöglichkeiten und da Figuren nicht geschlagen werden können (höchstens durch den Käfer blockiert), ist das Kräfteverhältnis stets ausgewogen und das Wuselgefühl kommt sehr schön rüber. Wie sich die Biene immer wieder windet, aber sich am Ende doch nicht aus den Fängen der anderen Tiere befreien kann, das passt wirklich gut zum Thema. Aber wie beim Schach wird es auch hier so sein, dass sich gewisse Muster ausbilden werden und unerfahrene gegen erfahrenere Spieler kaum eine Chance haben. Daher nichts für unser Spieleregal, aber trotzdem eine Empfehlung.
Wertung: 7/10


1 Kommentar

  1. Der will doch nur spielen » Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 3 + Bonusmaterial sagt

    am 17. November 2009 @ 14:59

    [...] nun der dritte und letzte Teil meiner Kurzkritikreihe von der Spielmesse (hier gehts zu Teil 1 und Teil 2). Da die Messe am Samstag irgendwie viel zu voll war (und wir kein glückliches [...]

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