Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 2

Hier nun Teil 2 meiner Kurzkritikreihe von der Spielmesse (hier gehts zu Teil 1).
Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
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Morgenland – Das Kartenspiel (R&D Games)
Wie auch an Tag 1, kam das Highlight auch an diesem Tag gleich zu Anfang. Das original “Morgenland”-Spiel habe ich zwar nie gespielt und kann daher auch nicht sagen, wie viel dieses nun mit dem Kartenspiel zu tun hat, ich kann aber sagen, dass das Kartenspiel einen sehr interessanten Bietmechanismus hat und bis zum Ende spannend war. Und bei einem Preis von 8 Euro konnte man dann ja auch nicht nein sagen.
Wertung: 8/10

À la carte (Heidelberger)
Mal wieder ein Remake eines angeblichen Kult-Klassikers, den ich aber noch nicht kannte. Jeder Spieler kocht seine eigenen Gerichte, wobei er dafür zum einen den Herd auf die richtige Temperatur bringen muss (durch Würfelglück), als auch mit vier verschiedenen Gewürzstreuern das Gericht entsprechend dem Rezept würzen (durch Streuglück, was ich so auch noch nirgends gesehen habe).
Das Spiel lebt davon, dass es sehr schön aufgemacht ist, die Kochplatten sind dreidimensional, darauf schöne Töpfe, in die man mit Plastik-Gewürzstreuern kleine Plastik-Gewürzteilchen streut. Alles sehr schick und stimmig, aber ich vermute, dass der Spielspaß nicht ganz so lange hält. Wobei das Original dann nie Kult-Status erhalten haben könnte, vermutlich liege ich also falsch…
Wertung: 6,5/10

Chromino (Asmodee)
Dass es sich bei “Chromino” um die Abwandlung einer bekannten Spielidee handelt, brauch ich sicher nicht erwähnen, wichtig ist nur die Frage: Was ist hier denn anders als bei Domino?
Nun, ganz einfach: Statt zwei Feldern (z.B. einen Punkt und 5 Punkte), hat ein Stein bei Chromino drei Felder, die nicht durch Punktwerte, sondern Farben unterschieden werden. Um einen Stein nun anzulegen, müssen der Stein an zwei bisher ausliegende Felder passen und es darf keine Farbe neben einer anderen Farbe zum Liegen kommen. Ganz einfach und nicht so ganz innovativ. Brauchts in meiner Spielesammlung nicht…
Wertung: 4,5/10

Snow Tails (Asmodee)
Ein Spiel aus dem letzten Jahr, als es auf der Spielemesse nur so von Rennspielen wimmelte. Hatte ich mir damals keins von angeguckt und in der Nachberichterstattung eben “Snow Tails” dann als am interessantesten ausgemacht. Der Clou ist hier, dass man einen Hundeschlitten steuert, der von zwei Hunden gezogen wird. Die Geschwindigkeit der beiden Hunde (abzüglich der auch definierbaren Bremse) ergibt die Gesamtgeschwindigkeit des Schlittens und mit unterschiedlich schnellen Hunden lässt sich dann um die Kurve driften.
Klingt gut und spielte sich auch nicht wirklich schlecht, der letzte Pfiff hat aber gefehlt, irgendwie war es zu sehr nebenher gespielt, dazu noch eine zu große Abhängigkeit vom Kartenglück. Knapp am “kommt auf den Wunschzettel” vorbei.
Wertung: 6/10

Dice Town (Asmodee)
Frau Bü und ich hatten die Augen besonders nach Zweipersonenspielen oder Würfelspielen offen gehalten, leider relativ erfolglos.
“Dice Town” betrifft die Kategorie “Würfelspiel” (zu zweit eher nicht spielbar, darum hat hier der Erklärbär auch komplett mitgespielt) und obwohl ich völlig unvoreingenommen an das Spiel rangegangen bin, kann ich die Kritiken, die ich vorher schon gelesen hatte nur bestätigen und auch Frau Bü stimmte mir (tatsächlich völlig unvoreingenommen, da ohne Vorwissen) zu, dass das Spiel nicht komplett austariert ist. Eine Kombination (Damen) ist zu stark und macht so die eigentlich gute Idee (man würfelt Pokerblätter, wobei das beste Pokerblattt jetzt gar nicht soo viel bringt) kaputt. Sehr schade, hätte man mehr draus machen können.
Wertung: 5,5/10

Tobago (Zoch)
Von der Optik hat dieses Spiel die Höchstpunktzahl verdient, gibt es doch schicke Palmen und sehr schicke Statuen als Plastik-Skulpturen, die wirklich sehr hochwertig aussehen. Auch sonst alles sehr schick. Doch der Spielspaß wollte sich bei uns (kann auch an dem merkwürdigen Mitspieler liegen) nicht so wirklich einstellen. Durch Karten grenzt man die Lage verschiedener Schätze auf einer Insel ein (z.B. “der Schatz liegt neben einem Fluss” oder “er liegt im größten Gebirge) und versucht diese dann auch einzusammeln. Da die Einschränkungen selber auch Punkte bringen, ist es aber nicht ganz so wichtig, den Schatz auch wirklich als erster zu heben, was das ganze etwas entspannter macht. Aber etwas Spannung hätte dann doch gut getan, vielleicht haben wir aber auch nur die Nutzen der Artefakte zu wenig beachtet, denn laut einer anderen Kritik sind diese wohl der Schlüssel zum Spiel. ALso nochmal eine Chance geben? Schön aussehen tut es ja wirklich…
Wertung: 6/10

Schinderhannes (Clicker Spiele)
Es wird mal wieder Zeit für ein Remake. Diesmal vom Spiel “Old Town”, welches sich auch in meiner Spielesammlung befindet und vor allem aus optischer Sicht wirklich ein Remake nötig hatte. Man merkte dem Original schon an, dass es aus einem Kleinverlag stammte und vom Autor selber illustriert wurde. Bei “Schinderhannes” ist der Verlag der gleiche, der Autor aber ein Professioneller. Noch dazu ein guter. Sieht wirklich schick aus.
Vom Prinzip her ist es ähnlich wie das eben vorgestellte Tobago, denn auch hier muss man mit seinen Handkarten bestimmte Sachen auf Gebiete eingrenzen. Hier ist die Punkteverteilung aber intuitiver: Je mehr ich einen Ort eingrenzen kann, desto mehr Punkte bekomme ich.
Ein sehr nettes Logikspiel, welches nur nicht in meine Sammlung kommt, da ich den Vorgänger schon habe. Dass es neben der optischen Verbesserung auch ein paar spieltechnische Optimierungen gab, reicht da für mich nicht aus, eine Empfehlung kann ich aber doch abgeben, auch wenn ich “Schinderhannes” nicht gespielt habe.
Wertung: 7,5/10 (basiert nur auf dem Originalspiel und der Erklärung der Regeln)

Strada Romana (Games Initaly)
Pferdekarren fahren entweder von Rom nach Ostia oder andersrum und kaufen und verkaufen Waren. Jeder Spieler kann dabei jedes Pferd steuern und dort Waren oder “Anfrageplättchen” nehmen, wo eins der Pferde zu stehen kam. Unlogischerweise kann man dabei erst irgendwo die “Anfrage” mitnehmen, später woanders das “Angebot” und hat somit Siegpunkte verdient. Naja…
Auch sonst wusste das Spiel nicht so zu überzeugen, dass man dann noch auf Pferde wetten konnte (welche kommen zuerst an) machte das ganze noch merkwürdiger, da das alles nicht so wirklich zum Thema passt.
Wertung: 5,5/10

Atlantis (Amigo)
Amigo ist so ein Verlag für die seichtere Unterhaltung, bei dem man in der Regel auch mal länger sitzen kann um verschiedene Spiele durchzuspielen. Manchmal ist was tolles dabei (wie das geniale “Geschenkt ist noch zu teuer” das immer mal wieder auf den Tisch kommt, oder auch “Um Krone und Kragen“), oft ist es aber eben auch nur solala.
So wie Atlantis, welches vermutlich ein nettes Kinder- oder Familienspiel ist, aber in dieser Kategorie sicher auch kein Überflieger. Für uns aber gar nix.
Wertung: 3/10

Darwinci (Ludo Art)
Wieder ein optisch sehr ansprechendes Spiel (ist man von Ludo Art nicht anders gewohnt, der Name ist hier tatsächlich Programm), welches wir dank Messeschluss (also für diesen Tag) nur über ein paar Runden anspielen konnten.
Diese Zeit hatte nicht vollends gereicht, mich von dem sehr innovativen Bietmechanismus zu überzeugen, hier braucht man sicher mehr Zeug, um ihn zu verinnerlichen und zu verstehen um dann optimale Strategien zu fahren. Auch die Wertungsmöglichkeiten hatten mich mehr verwirrt (mag auch an der späten Stunde gelegen haben).
Ich würd dem Spiel mal noch eine zweite Chance geben, hier also nur eine sehr sehr vage Wertung.
Wertung: 5,5/10


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