Kurzkritiken zur Spiel 09 – Tag 3 + Bonusmaterial

Hier nun der dritte und letzte Teil meiner Kurzkritikreihe von der Spielmesse (hier gehts zu Teil 1 und Teil 2). Da die Messe am Samstag irgendwie viel zu voll war (und wir kein glückliches Händchen mehr bei der Spielauswahl hatten), haben wir an diesem Tag den Messebesuch frühzeitig abgebrochen. Irgendwann ist ja auch mal gut…
Man beachte, dass meine Meinungen hier nur auf einem einmaligen Probespiel basieren, das oft auch gar nicht bis zum Ende gebracht wurde. Die Wertungen sind der Mittelwert von meiner Wertung und der von Frau Bü. Weit auseinander lagen wir aber nie.
Alle Links sind übrigens Partnerlinks, d.h. wenn ihr über diese das Spiel kauft, zahlt ihr so viel wie sonst auch, ich selber bekomme davon aber einen kleinen Teil Provision…

Zambezi (Giseh)
Ein ganz merkwürdiges Spiel. Die Grundidee mag ja nicht schlecht sein. Jeder Sieler hat Steine seiner Farbe, die er auf ein Spielbrett (sagen wir ein schmales Schachbrett, 4*8 Felder oder so) setzen darf. Dabei darf man eigene Steine auch auf gegnerische setzen, maximal darf so ein Turm pro Feld aber nur 4 Steine hoch sein. Und wenn man nun (von oben betrachtet, d.h. die Höhe spielt keine Rolle, nur der oberste Stein) ein Viereck mit eigenen Steinen bilden kann, bekommt man dafür Punkte. Einfach, aber langweilig. Darum haben sich die Macher wohl die folgenden Eigenschaften ausgedacht, die das ganze dann vielleicht nicht mehr ganz so langweilig machen, dafür aber einfach nur noch unschön.
Denn die Spielfiguren aller Spieler liegen in einem Beutel, aus dem man jede Runde einen Stein zieht, den man dann setzten muss. D.h. man setzt nicht zwangsläufig einen eigenen Stein, sondern auch öfter mal einen des Gegners. Macht es etwas schwerer (und glückslastiger), sich eine punkteträchtige Kombination aufzubauen. Aber ok, vielleicht gelingt es mir ja doch mal, eine brillante Situation aufzubauen. Dumm wird es dann, wenn ich einen der verschiedenen Spezialsteine ziehe. Da kann es nämlich passieren, dass einfach mal die Spielfarben getauscht werden. D.h. meine mühsam aufgebaute Punktesituation geht an den Gegner über,d er jetzt nur noch “ernten” muss. Ärgerlich und frustrierend. Und da die Steine nicht gleichverteilt kommen, spielt das Ziehglück enorm mit, von Strategie ist kein Funke mehr übrig. Irgendwie ist nix mehr übrig.
Ein ganz merkwürdiges Spiel…
Wertung: 3/10 (eigentlich noch zu hoch…)

Panic Tower (Goliath)
Panic Tower geht ein wenig in Richtung “Jenga”, nur dass man hier nicht ab- sondern aufbaut. In der Mitte liegt ein Plan mit 9 verschiedenfarbigen Grundflächen, auf die 9 Türme gebaut werden. Die Spieler ziehen reihum Karten und müssen deren Aufgaben erfüllen (z.B. 2 große Teile auf den Turm auf der gelben Grundfläche und einen kleinen Teil auf den roten. Oder stelle den kompletten blauen Turm auf den gelben). Mit der Zeit werden die Türme also immer höher, so das es nur eine Frage der Zeit ist, bis alles zusammenkracht. Das kann aber deutlich länger dauern, als man meinen mag, wie auch ein Kameramann feststellen musste, der unseren Turm. Zusammenbruch gerne festhalten wollte und sich dafür dann doch etwas gedulden musste.
Ich mag so Geschicklichkeitsspiele ja und “Panic Tower” macht sicher mehr Spaß als Jenga, welches meiner Meinung nach relativ schnell langweilig wird. Mein Favorit in dieser Kategorie ist aber immer noch die Hamsterrolle.
Wertung: 6/10

Fast Food (Goliath)
Die Spieler decken reihum Hamburger-Zutaten auf, liegen irgendwo zwei gleiche, haut man auf die Glocke und darf es sich nehmen. Klingt nach “Halli Galli” und vielen anderen Spielen. Langweilig…
(In der Kategorie reizt mich nur Snorta (huch, die Deluxe-Version ist ja billiger als das Original…), dass die Glocke weglässt und dafür einiges mehr an Konzentration und Merkfähigkeit verlangt)
Wertung: 2/10

Burger Joint (Abacus)
Mal wieder der Versuch, ein gescheites Zweipersonenspiel an Land zu ziehen, aber auch hier konnten wir nicht überzeugt werden. Zu wenig Interaktion, zu wenig Einfluss, zu wenig Spannung und zu Monoton. Schade…
Wertung: 4,5/10

Die Priester des Ra (Abacus)
Ich kenne das Original “Ra“-Spiel nicht, bei “Die Priester des Ra” handelt es sich aber wohl um eine Neuauflage des alten (von vielen geschätzten) Klassikers, der ein paar Regeländerungen zugeführt wurden, die das ganze wohl noch etwas taktischer machen (z.B. sind manche Versteigerungsplättchen zweiseitig, so dass man sich nach dem Ziehen entscheiden muss, welche Seite man anbietet).
Hier ist unsere Wertung auch nicht wirklich berauschend, aber hier würde ich mal vermuten, dass zwei Spieler einfach die falsche Anzahl war, würde dem Spiel mit mehr Spielern gerne nochmal eine Chance geben.
Wertung: 5/10

Ra – Das Würfelspiel (Abacus)
Ein weiterer Ableger der Ra-Reihe, diesmal ein Würfelspiel, was bei uns auch auf der Wunschliste stand. Aber auch das Würfelspiel konnte uns nicht überzeugen (war echt kein guter Tag, hiernach haben wir dann auch aufgrund der immer voller werdenden Hallen den Messebesuch dann abgebrochen), oft waren die einzelnen Runden viel zu schnell vorbei (hängt von den Würfeln ab), so dass die vielen verschiedenen Wertungssteine kaum bewegt werden konnten, was nicht sonderlich motivierte.
Wertung: 4/10

Bonusmaterial: Süddeutsche Spielemesse

Und da ich am Wochenende noch auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart war, hier auch noch mein Eindruck zu den dort neu kennengelernten Spielen (waren nicht so viele, da auch andere Messen interessant waren und wir uns nicht nur mit spielen beschäftigt haben):

Tac für 6 Spieler
Seit ich die Süddeutsche Spielemesse besuche (dieses Jahr zum dritten Mal) gehört es dazu, dazu, dass ich dort Jan vom Brettspielblog am TAC-Stand treffe und wir dort eben eine Runde TAC spielen.
Es handelt sich grob gesagt um eine Art “Mensch ärgere dich nicht”, nur mit Karten statt Würfel und dass man in Teams spielt. Hätte ich es weniger grob gesagt, wäre euch auch klar geworden, dass das ganze deutlich taktischer und strategischer ist, als mein “Mädn”-Vergleich es glauben lässt. Mehr Infos lest ihr einfach auf der TAC-Homepage nach.
Naja, in diesem Jahr haben wir also mal statt der üblichen 4er-Partie eine 6er-Partie gespielt. Hat mir persönlich nicht ganz o gut gefallen,d a das ganze etwas zäher und weniger plan- und beeinflussbar wird. Immer noch ein gutes Spiel, aber bei dem Preis (die schicken Spielbretter sind halt Unikate) sollte man dann doch zur 4er-Version greifen, die sich wirklich lohnt.
Wertung: 7/10 (die 4er-Version bekäme 9/10)

Die Tore der Welt
Das Spiel zum gleichnamigen Buch von Ken Follet, welches die Fortsetzung zu “Die Säulen der Erde” ist, wozu es auch ein gutes Brettspiel gibt.
Spielerisch (zur Umsetzung des Romans kann ich nichts sagen, habe die Bücher nicht gelesen) erinnert es nicht wirklich an den ersten Teil (aber als Spieler will man ja auch Abwechslung im Spieleregal, weswegen das bitte als Pluspunkt zu sehen ist), grafisch dagegen sehr, was gut ist, denn beide Spiele sehen sehr schick aus.
Worum es in dem Spiel geht, kann ich irgendwie nicht wirklich zusammenfassen, man lebt einfach vor sich hin, muss immer mal wieder ein paar Dinge erfüllen (Steuern zahlen, Fromm genug sein und Nahrung parat haben), verkauft ab und an mal ein wenig Wolle oder Tücher und heilt Pestkranke.
Das Problem ist, dass ich auch im Spiel nie so recht wusste, was ich denn jetzt gerade am geschicktesten mache, die Pflichtabgaben hinderten einen oft daran, nach dem eigentlichen Ziel (den Siegpunkten) zu streben. Aber so muss das sein, eine gute Strategie soll ja nicht offensichtlich sein, sondern muss hart erarbeitet werden. Sehr gelungen finde ich auch den vorher nie gesehenen Mechanismus, dass am Anfang einer Runde immer ein Spieler entscheiden muss, was jeder einzelne Spieler als Einnahme bekommt. Diese Wahl ist natürlich nicht frei, sondern relativ begrenzt, was einen oft in gewisse Konflikte bringt.
Denke mal, das Spiel könnte Weihnachten unter dem Baum auf mich warten ;-)
Wertung: 8/10

Zack & Pack
Ich bin jemand, der gerne Knobelaufgaben macht. Sowas wie Tangram, oder eben das Spiel “Ubongo”. Nun ist es aber so, dass man sowas lernen kann, wenn man es öfter macht (wer öfter IQ-Tests macht, kann das bestätigen) und man daher schnell einen Vorteil gegenüber neuen Mitspielern hat. Ein Grund,w arum ich Ubongo nicht oft auf den Tisch stellen darf…
Auf der Messe wollte ich dann eigentlich Ubongo 3D testen, was der ganzen Sache noch mehr Kniff gibt, aber aus eben diesem Grund hab ich mich dann doch dagegen entschieden und statt dessen das thematisch ähnliche “Zack & Pack” auf den Tisch gestellt.
Der Vorteil hier: Es ist nicht wichtig, wie schnell man die Teile “korrekt” anordnet, hier hat man so viel Zeit wie man möchte. Keine Zeit hat man allerdings bei der Auswahl des Lastwagens, auf dem man seine Ladung (Holzteile mit unterschiedlicher Länge, die einem per Würfel zugewiesen werden) unterbringen muss. Nachdem jeder Spieler seine Ladung erhalten hat, werden gleichzeitig die Lastwagen (mit unterschiedlicher Grundfläche und Beladungshöhe) aufgedeckt und jeder Spieler muss so schnell wie möglich den Wagen nehmen, auf dem seine Ladung am Besten unterkommt. Hier ist eine schnelle Auffassungsgabe, räumliches Vorstellunsgvermögen und Glück von Vorteil.
Der Glücksfaktor ist es nun, der das Spiel bei meinen Mitspielern sicher besser ankommen lassen würde, als es Ubongo tut. Bin aber nicht sicher, wie oft ich mit Zack & Pack ankommen dürfte…
Wertung: 7,5/10


3 Kommentare

  1. Jan Theofel sagt

    am 19. November 2009 @ 12:57

    Ich kann deine Einschätzung vom 6er TAC nur bestätigen: Zu viert ist es deutlich besser. Das 6er Brett ist einfach nur eine Möglichkeit zu sechst zu spielen, aber das Spiel ist bei wietem nicht so gut wie zu viert. Mein Tipp: Zwei 4er-Bretter nebeneinander stellen und zwei Spieler spielen jeweils doppelt. Ansonsten bekommt TAC von mir natürlich eine 10/10. :-)

  2. Anton sagt

    am 23. November 2009 @ 15:24

    Da ich eher für schöne (Holz-)Brettspiele bin mußte ich auf der SPIEL09 schon ganz schön suchen. Bei Giseh waren nette Sachen ausgestellt, besonders moderne Holzbrettspiele, aber dann machte man mich gegenüber bei HaF auf was aufmerksam, was die aber leider nicht dabei hatten. Eine neuartige wenn auch kostspielige Holzpuzzle-Serie, bei der alle Spiele aufeinander aufbauen. Habs bisher nur bei http://www.spieleshop.de gefunden:
    http://www.spieleshop.de/sacred-myths-and-legends-davincis-secret.html
    Das ist der erste Teil von sechs bzw. sieben separaten Geduldspielen. Das Finale kommt jetzt erst in den nächsten Wochen raus. Das erste wird wohl unterm Baum liegen. Hoffe der Schwierigkeitsgrad reicht über die Festtage.
    Ansonsten war mir das wieder viel zu voll und die Luft war auch trotz kühler Außentemperaturen verbesserungswürdig. Aber wer Samstags zur SPIEL fährt ist selber schuld ;).

  3. donvanone sagt

    am 24. November 2009 @ 08:55

    @Anton: Ja wow, vielen Dank für den Tipp, das sieht so aus, als wäre es was für mich. Hat halt seinen Preis, aber ich denke damit ist man dann (wenn man nicht schummelt) auch eine gute Weile beschäftigt.

Komentar RSS