Schnick, Schnack *schluck* – Stein, Schere, Papier mit 25 oder gar 101 verschiedenen Gesten

rps25

Letztens hatten wir beim Spieleabend noch einen Freiraum von mageren 5 Minuten (bis jemand seinen Bus bekommen musste) und uns fiel nicht sonderlich viel ein, was man denn spielen könnte. Außer halt “Schnick, Schnack, Schnuck” (wie “Stein, Schere, Papier” bei uns heißt). Aber als dann gleich die typische Frage aufkam “Mit oder ohne Brunnen” haben wir das auch wieder verworfen. Denn diese Grundsatzdiskussion hätten wir ja unmöglich in 5 Minuten führen können. Dabei ist ganz klar: Ohne Brunnen! Denn der macht die Waffen dann ungleich stark.

Gott sei Dank gibt es aber auch für die Leute, die nur mit drei Zeichen nicht genug gefordert sind eine Abhilfe: RPS 25 (RPS steht natürlich für “Rock, Paper, Scissors”) gibt einem gleich 25 verschiedene Handverformungen vor und löst in einem übersichtlichen Diagramm auch auf, was denn nun gegen was gewinnt:

rps25

Und hier gibt es zu jeder Schlagregel auch noch die Begründung in tabellarischer Form.

Wem das mit der Zeit dann auch zu langweilig wird, der kann ja auf die neue Version des gleichen Autoren zurückgreifen. Die nennt sich RPS 101 und benötigt beide Hände, um wirklich 101 einigermaßen unterscheidbare Zeichen hinzubekommen. Und eine Flash-Version des Diagramms, um die viel zu lange tabellarische Übersicht (gibts auch zum Durchklicken mit größeren Bildern zu jeder Geste) leicht durchschaubar zu machen.

PS: Passend dazu noch ein sehr cooler Cartoon von “Nicht Lustig”: Die alten Widersacher “Captain Schere”, “Super-Stein” und “Papier-Man”

PPS: Gerade mit Erschrecken festgestellt, dass man “Stein, Schere, Papier” tatsächlich auch bei Amazon als Spiel kaufen kann. Sachen gibts… (Vor allem ist da auch der Brunnen dabei, pfui!)

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Spiel des Jahres 2008: Keltis

Da ich im letzten Jahr die Flitterwochen auf Sri Lanka und den Malediven der Spielemesse in Essen vorgezogen habe (wer hätte das nicht…), konnte ich mir keinen wirklichen Überblick über das Spielejahr 2007 schaffen (was auch durch andere Faktoren noch verstärkt wurde). Daher kann ich absolut kein Urteil über das Urteil der Jury fällen, die heute “Keltis” zum Spiel des Jahres 2008 gekürt hat.
Wenn ich aber dann lese, dass “Keltis” quasi die Spielmechanik von “Lost Cities” auf ein 4-Personenspiel erweitert, dann erweckt das bei mir doch deutliches Interesse, da ich “Lost Cities” sehr gerne mal zwischendurch (dann auch so 2-3 Mal, weils eben so schnell geht) spiele. Ja, ich hab “Lost Cities” sogar mit meiner frisch angetrauten Frau auf Sri Lanka gespielt, wen mich meine Erinnerung nicht trübt. Lässt sich aber nachprüfen, denn jedes Fliterwochenspiel wurde fotografiert um hier eine kurze “gute Zweipersonenspiele für den Urlaub”-Reihe zu bringen. Sollte ich mal langsam machen, immerhin ist wieder Urlaubszeit…

Wie auch immer: Keltis werde ich mir sicher ansehen (spätestens auf der Spielemesse 2008, von der mich in diesem Jahr glücklicherweise nichts abhält) und kann mir gut vorstellen, dass es meine Spielesammlung bereichern wird. Auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich tendenziell weniger Spaß an Spielen des Jahres habe…

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Seenot im Rettungsboot

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Seenot im Rettungsboot

Der Untertitel dieses Spieles sagt eigentlich schon alles aus. Er lautet: “Das basisdemokratische Katastrophenspiel”.

Kommen wir zuerst zur Katastrophe: Ein Schiff ist gesunken und alle Mitspieler versuchen nun, so viele ihrer 6 Männer wie möglich mit den Resttungsbooten ans rettende Eiland (genauer gesagt: die rettenden Inseln) zu bringen. Und um das zu erreichen, braucht man nicht etwa gutes Würfelglück oder die perfekte Strategie, sondern nur das, was auch Barack Obama geholfen hat: Überzeugung. Denn alles in diesem Spiel wird demokratisch entschieden, Jede Aktion wird unter allen Spielern abgestimmt und dann nach Mehrheitswillen (ok, nicht immer, siehe weiter unten) durchgeführt.

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verspielte Wohnungseinrichtung (III)

Der wahre Spielefreak richtet sich seine Wohnung natürlich ganz im Stil seiner Lieblingsspiele ein. Diese Reihe soll immer mal wieder ein paar Beispiele liefern, wie so etwas aussehen soll.

Früher hab ich gerne mal gepuzzelt. Möglichst viele Teile, möglichst große Bilder. Aber was dann tun mit den Bildern? Ein Puzzle hat es bei mir damals tatsächlich an die Wand geschafft, sonst war ich eher nicht der Fan davon, Puzzles aufzuhängen. Da hab ich dann doch lieber “richtige” Bilder an der Wand. Vor allem könnte man da Puzzle dann ja nicht ein zweites Mal angehen, falls man daran tatsächlich jemals Interesse haben sollte.
Aber egal, ich sollte nicht zu sehr abschweifen.
Hier also eine nette Idee, was man mit Puzzleteilen noch so machen kann: Einen individuellen und ständig abänderbarer Perser-Teppich von Katrin Sonnleitner:

Puzzle-Perser

Mehr Bilder und Infos gibt es (wenn man nicht auf der Seite von Katrin suchen will) hier.

Und wem das doch zu sehr nach Puzzleteilen aussieht, der kann es ja mit diesem Teppich probieren:

Puzzle-Teppich

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Tischkicker XXL – 22 Freunde müsst ihr sein

So, hat Deutschland also tatsächlich Portugal besiegt, hätte ich vorher nie im Leben drauf gewettet. Die Boulevardpresse übertrifft sich selbst an Geilheit: Das deutsche Team hat “portugeil” gespielt, insgesamt ein “schweinigeiles” Spiel. Heieiei… Was sagen die erst, wenn wir tatsächlich das Finale gewinnen sollten? (Fürs Halbfinale wäre ja noch “türgeil” möglich. Ich melde hiermit Patent auf dieses Wortspiel an, einzig Inishmore darf das Wort im Zuge seines grandiosen, unfassbar kompetenzfreien EM-Tagebuchs kostenlos verwenden)

Egal, die viel wichtigere Frage ist doch: Was machen wir nach dem Finale? Der Körper ist doch jetzt so dran gewöhnt, fast täglich auf der Couch zu sitzen und ein “geiles” Spiel im Fernsehen zu sehen. Und dann auf einmal: Entzug! Bis zum Bundesligastart dauert es noch, wie also die Gier nach den 22 Männern befriedigen, die nur das Ziel haben, einen Ball ins Tor zu bekommen?

Einfachste Lösung: 21 Freunde zusammentrommeln und selber spielen. Problem: Der Körper hat die letzten Wochen nur auf der Couch gesessen und sich von Chips, Bier und Euphorie ernährt. Zu viel Bewegung geht also mal gar nicht. Also doch lieber mal nur Tischfußball. Dummerweise hat man jetzt schon seine 21 Freunde eingeladen, an einen normalem Tischkicker passen aber maximal 4 Personen, geht also nicht.

Gut, dass die holländische Brauerei Amstel das Problem ihrer Kundschaft kennt und (leider nur für Promo-Zwecke) diesen Tischkicker für 22 Spieler (theoretisch gehen bestimtm auch 44, wenn jeder halt nur ein Dingens nimmt) gebaut hat:

Tischkicker XXL

Mehr Bilder gibts hier. Ich kann mir aber vorstellen, dass man als Torwart doch ziemlich schnell Langeweile bekommen könnte, da der Ball wohl relativ oft im Mittelfeld festhängen wird. Quasi genau das, wie die Amis (hier personifiziert durch die Simpsons-Macher) sich Fußball vorstellen:

(da muss ich wieder an Jojos Idee denken, das Mittelfeld rauszukürzen. Bei den Amis würde er da sicher auf offene Ohren stoßen…)

Aber ich hab mir da was überlegt: Die Spieler an den Enden des Tischkickers, können ja einfach in Zeiten, wo der Ball noch meilenweit entfernt ist, mit diesem Mini-Tischkicker eine kleines Spiel im Spiel spielen. Den hab ich sogar tatsächlich selber hier zuhause stehen, denn nen eigenen Kicker wollte ich immer mal haben, der Platz hat halt nicht für mehr gereicht…
Gibts übrigens in noch minimierterer Form: Dieses Tischfußball-Trinkspiel hat nur einen Spieler pro Mannschaft (passender Witz dazu), dafür aber noch eine praktische Halterung für zwei Schnapsgläser. Da hat doch der Fußballfan drauf gewartet…

Der Spielefan greift dann allerdings eher zu diesem “13 in 1″-Tischkicker:

13 in 1 Tischkicker

Denn der hat nicht nur nen Fußballkicker, sondern auch noch Billard, Tischtennis, Speed-hockey, Bowling, Dame, Schach, Black Jack, Curling, Craps, Skat, Pool 8-Ball, 9-Ball, Roulette (nur Spielfläche) und Backgammon (Brett ohne Steine) in sich vereint.
Ist aber nix für mich, ich bin kein Fan von Spielesammlungen. Wenn, dann will ich die Sachen dann auch richtig haben und nicht irgendwelche komischen Abklatsche, damit man das schön kombinieren kann…

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Monopoly Ulm / Neu-Ulm

Vor fast einem Jahr gabs hier den letzten Beitrag, was irgendwie ja nicht so der Bringer ist, darum versuche ich einfach nochmal, dieses Blog mit Leben zu füllen.
Und da der letzte Beitrag mit Monopoly zu tun hat, knüpfe ich mal gleich daran an, damit der Übergang leicht von der Hand geht.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass sich in meiner nicht gerade kleinen Spielesammlung keine einzige Ausgabe von Monopoly gibt. Klar, hab eich das Spiel schon gespielt, sogar gerne. Aber ich habs einfach nicht in meiner Sammlung. Ich wüsste auch nicht, welche Ausgabe ich mir den kaufen sollte, die Auswahl ist ja immens.

Ich hab hier mal 43 verschiedene Versionen zusammengestellt, für einen kleinen Überblick.

43 verschiedene Versionen klingt jetzt schon nach ziemlich viel. Allerdings muss ich anmerken, dass da die ganzen lokalisierten Spiele noch gar nicht dabei sind.

Jede Stadt (und jedes Bundesland), die irgendwas auf sich hält und die Mindestanzahl an Straßen bereithält, hat eine eigene Ausgabe. Auf die schnell konnte ich 64 Stück (!) zusammenklicken:

Und wer sich da mal durchklickt wird feststellen, dass eigentlich nur noch Ulm und Neu-Ulm fehlen. Doch auch diese Lücke ist ab morgen geschlossen, denn passend zu “Baden-Württemberg spielt” kommt die Monopolyausgabe zu genau diesen beiden Städten raus:

Monopoly Ulm/Neu-Ulm

Getestet werden darf die dann gleich bei einem Monopoly-Turnier bei der Donauhalle, wo Ulm sich am 22. Juni zum Spielen trifft. Wenn ich rechtzeitig aus München zurückkomme, werde ich da sicher auch mal vorbeigucken, zumal auch Jan da ist, um den Menschen Tac näherzubringen (lohnt sich, hingehen!).

Monpoly Ulm / Neu-Ulm jetzt bei Amazon kaufen.

[via Südwestpresse]

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Monopoly – Der Film

Scarlett Johansson steht am Rand einer breiten Straße. Es ist dunkel und der aufziehende Nebel legt sich wie ein Schleier über die Szenerie. Scarlett zittert. Ihr Minikleid und das sehr sparsame Top sind nicht die optimale Ausstattung für diesen Zeitpunkt. Darum geht sie zügig drei Schritte vor und bleibt vor einem kleinen Hotel stehen. Auch wenn ihr eigenes Hotel nur drei Blöcke weiter ist, hier muss sie nun übernachten. Die Besitzerin (Kirstin Dunst) lacht sich ins Fäustchen und kassiert einen viel zu überteuerten Preis für das Zimmer (immerhin ist Kartenzahlung möglich).
Aber Scarlett kann sich noch glücklich schätzen, denn andere (doch nicht etwa Paris Hilton? Nein, bestimmt nicht) hat es viel schlimmer erwischt: Die durften nicht mal über Los gehen (und dort 4000 Mark (2000 Euro?) einstecken), sondern mussten gleich in das harte Knastleben einsteigen.
Und warum? Weil Ridley Scott das so wollte.
Häh? Ganz genau, das denk ich auch. Fakt ist aber, dass Ridley Scott wohl das Monopoly-Brettspiel verfilmen wird. Und die beiden oben genannten Damen (nicht Paris Hilton) sind im Gespräch für diesen “sexy Comedythriller”.
Ich warte auf jeden Fall erst einmal ab, was die fünf Filmfreunde dazu sagen, oder hab ich als Spiele-Freak gar keine andere Wahl als reinzugehen? Wahrscheinlich nicht…

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Spiel des Jahres 2007

Nur ganz kurz und brandaktuell (gerade mal 10 Minuten alt die Meldung): Spiel des Jahres 2007 ist Zooloretto, die Brettspielvariante von Coloretto. Die Auszeichnung “Kinderspiel des Jahres 2007″ geht an Beppo der Bock.

Für Zooloretto gibt es auf dieser (nicht ganz übersichtlichen) Seite des Autors viele Downloads. Darunter (bisher) drei Erweiterungen, Anleitungen in vielen Sprachen, Spielvarianten (für zwei Spieler) und Übersichtskarten und Antworten auf häufig gestellte Fragen,

PS: Amazon war übrigens schneller als ich, da stehen die Auszeichnungen jetzt schon in der Produktbeschreibung drin…

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Jenga in unzähligen Varianten

Als ich vor etwas über 3 Monaten im Skiurlaub war (krass, wie kurz das erst her ist), hatte ich natürlich eine ganze Ladung Spiele dabei (wie immer), damit uns auch ja nicht langweilig wird. Hat auch perfekt funktioniert (vor allem Heckmeck am Bratwurmeck kam sehr gut an), der Dauerbrenner war aber bei mir und zwei anderen Urlaubsteilnehmer allerdings ein Spiel, dass ich nicht mitgebracht hatte und welches sich auch nicht in meiner (nicht wirklich kleinen) Spielesammlung befindet: Jenga.

Mini jenga

Das ganze in einer Mini-Reiseausgabe (mit ca. 5cm Kantenlänge etwas größer als die oben abgebildete Variante, zu der es auf dieser japanischen Seite mehr “Infos” und Bilder gibt) und jeden Abend haben wir uns neue Varianten ausgedacht (vorher natürlich der obligatorische Jagertee um die Kreativität zu fördern). Und ich war überrascht, wie sehr uns das “uralte Kinderspiel” doch faszinieren konnte.

Und da wir da wohl nicht die einzigen sind, gegegnet einem das Thema immer wieder. So war zum Beispiel in der letzten Ausgabe von “Schlag den Raab” Jenga eins der Spiele, mit dem es um eine Million Euro ging:

Und damit die “Jugend von Heute”, die ja mit Holzspielzeug nicht mehr wirklich zu locken ist auch in den Genuss eines solches Spieles kommt, gibt es tatsächlich eine Spielekonsolenumsetzung für die Wii.

Und auch für die Fans von “Fluch der Karibik” gibt es die passende Variante: Knochen-Jenga.

Knochen Jenga

Interesant finde ich auch die Idee, Jenga mit Flaschendrehen zu kombinieren. bei “Jenga Sag’s oder Tu’s” befindet sich auf jedem Stein eine Frage oder Anweisung, die nach erfolgreicher Rausholaktion befolgt bzw. beantwortet werden müssen. Ich persönlich finde eine normale Partie aber schon unterhatsam genug…

Die Wettsüchtigen dürfen natürlich auch nicht vernachlässigt werden und so gibt es mit Jenga Casino eine Variante, in der die Steine mit (von außen nicht sichtbaren) Nummern beschriftet sind. bevor eine Spieler nun einen Stein herazszieht, dürfen alle Spieler wetten, was für eine Nummer sich da wohl drauf befindet (oder auch was für ein Numernbereich), und ob der Turm einstürzt oder nicht.

Abschließend noch ein lustiges Video (ich tippe mal auf Fake), in dem ein Reporter ein riesiges Jenga-Kunstwerk einreißt:

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Finstere Flure

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Finstere Flure

So, es wird mal wieder Zeit für eine kurze Spielekritik. Und wer sich an dieser Stelle wundert, warum es denn hier jetzt um “Finstere Flure” geht, wo das Spiel doch schon 2003 auf den Markt geworfen wurde, bekommt folgende Antwort von mir: Weil mir der Erscheinungstermin ziemlich egal ist. Ich will hier ja nicht den Vielspielern die Neuigkeiten vorstellen (dazu habe ich momentan auch viel zu wenig Zeit die Neuigkeiten zu kaufen und zu spielen (im Idealfall erst spielen, dann kaufen)), sondern den Wenigspielern oder Garnichtspielern tolle Spiele näher bringen, die ich besonders gut finde. Und das kann dann halt auch mal ein Spiel sein, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Schlechter wird es dadurch meistens nicht.

Also zurück zum Spiel. Finstere Flure ist von einem meiner Lieblingsautoren, nämlich Friedemann Friese. Und wenn ich den Unkundigen sage, dass er auch noch so Spiele gemacht hat wie “Fiese Freunde, Fette Feten“, “Fische Fluppen Frikadellen“, “Fiji”, “Funkenschlag“, “Friesematenten” oder auch (das leider eher maue) “Fürchterliche Feinde“, dann kommt ihr sicher selber drauf, was seine Spiele aus dem eigenen Verlag 2F-Spiele gemeinsam haben, oder? genau: Die grüne Verpackung. Ok, ihr habt sicher an was anderes gedacht, aber wenn ich euch ein Foto von Friedemann Friese gezeigt hätte (zum Beispiel das hier, er ist der rechte), hättet ihr die Farbe evtl. auch erraten können…

Aber ich schweife schon wieder ab. Zu den anderen Spielen werde ich hier sicher auch noch kommen, jetzt aber erst einmal “Finstere Flure”. Ein wichtiger Punkt, warum das Spiel bei uns schon so oft auf den Tisch kam ist unter anderem die Spielerzahl. Denn hier können satte 7 Personen ans Spielbrett gebracht werden, was nicht immer leicht ist (um nochmal leicht abzuschweifen: richtig fett ist es, wenn man drei Ausgaben von “Fische Fluppen Frikadellen” parat hat, denn dann kann man ein großes Spiel mit 15 Spielern machen. Dazu aber wie gesagt ein anderes mal mehr…). Und da die Regeln jetzt nicht wirklich so schwer sind und auch in der Anfangsphase des Spiels noch gut gelernt werden können, ist es auch für Neulinge kein Problem.

Worum geht es eigentlich? Nun, Aufgabe eines jeden Spielers ist es, möglichst schnell mit allen seinen drei Spielfiguren das FVerlies zu verlassen und dabei nicht unbedingt dem furchtbaren Monster vor die Füße zu laufen. Die eigenen Figuren haben dabei zwei Seiten, die jeweils mit Zahlen versehen sind, wobei die Summe beider Zahlen (wie bei einem Würfel) Sieben ergeben (eine Figur mit 6/1, eine mit 5/2 und die dritte mit 4/3). Immer, wenn eine Figur bewegt wird, wird sie umgedreht, so dass man in einer Runde große Sprünge machen kann, in der nachfolgenden dann aber im schlimmsten Fall kaum vom Fleck kommt. Sind alle Figuren einmal bewegt, macht sich das Monster auf den Weg. Und hier kommt das besonders raffinierte an dem Spiel zum Tragen: Die Zugweite des Monsters wird zwar zufällig gezogen, die Bewegung ist dann allerdings klar definiert: Das Monster kann in drei Richtungen sehen (vorne, links und rechts) und läuft immer in die Richtung, in der er das nächstliegende Opfer sieht. Nach jedem einzelnen Schritt wird dies erneut überprüft. So hat der Spieler, der als letzter seine Figur bewegen darf evtl. die Möglichkeit, durch eine geschickte Position das Monster so anzulocken, dass es in Richtung der gegnerischen Spieler wandert. Das ist immer der lustigste Teil am Spiel, wenn man erst jetzt bemerkt, wie fies sich andere Spieler platziert haben, oder was für ein wichtiges Detail man in seinem Plan übersehen hat und nun doch selber gefressen wird.

Und damit das ganze noch verzwickter wird, gibt es im Verlies noch Steine, die das Sichtfeld des Monsters behindern, die aber munter verschoben werden können, was besonders ärgerlich ist, wenn es der eigene Schutzwall war. Auch rutschige Blutlachen (um sich schneller fortzubewegen) oder Teleporter machen das Leben leichter oder auch schwerer. Denn auch ein Monster kann so auf einmal an einem Ort auftauchen, den man so doch nicht geplant hatte .
Durch die zufällige Zugweite des Monsters kommt ein wenig Glück ins Spiel, alles in allem ist es aber eher taktischer Natur. Dies nimmt aber mit steigender Anzahl der Mitspieler auch ab, da es so kaum noch möglich wird, den Weg des Monsters vorherzusagen.
Bisher hab ich noch niemanden angetroffen, dem das Spiel nicht gefallen hat, was auch durch die sehr schöne (fiese) Grafik (wie eigentlich immer bei Spielen von Friedemann Friese. Verantwortlich dafür ist übrigens Maura Kalusky) unterstützt wird.

Für mich eines der besten 2F-Spiele und somit auch insgesamt eine sehr gute Wahl. Eben auch, weil es auch mit Neulingen gespielt werden kann, was oft ein wichtiges Kriterium ist.

Name: Finstere Flure
Verlag: 2F-Spiele
Autor: Friedemann Friese
Spieler: 2-7
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Gefällt mir, wenn: ich nichts gegen Ärger-Spiele habe und nicht zu strategisch spielen will.
Positiv: witzige Grafik, gutes Material (das Monster kann man sich in vielen Varianten zusammenbasteln), sehr viel Spaß, bis zu 7 Spieler.
Negativ: mit 60-90 Minuten nicht mal eben zwischendurch gespielt
Regeln: schnell erklärt, nach einer Runde verstanden, können komplexer gestaltet werden (verschiedene Elemente, die im Verlies verteilt werden können)

Für: Einsteiger, Fortgeschrittene, Vielspieler

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