Wir sind schwanger – Spiele, in denen es um Nachwuchs geht

Aus aktuellem Anlass präsentiere ich hier heute mal ein paar Spiele, in denen es um Schwangerschaft bzw. Nachwuchs geht, oder zumindest als Rand-Element enthält.
Eignen sich also auch prima als Geschenk-Idee für Schwangere (aber nicht für uns, da wir die Spiele schon alle haben)…

Der Klassiker: Das Spiel des Lebens

Fangen wir mit dem bekanntesten an: Spiel des Lebens von MB.

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Hier spielt man ja ein ganzes Leben durch und da bleiben Kinder nicht immer aus. Als kleine Stecker (wobei “klein” relativ ist, denn die Kinder sind genauso groß wie die Eltern…) wird der Nachwuchs ins Auto gesetzt und fährt dann mit über den Spielplan, bis es am Ende in den verdienten Ruhestand geht.
In der Neuauflage Generation Now sind die Kinder übrigens nur noch digital vorhanden, abgespeichert auf einer Lebenskarte des Spielers. Und damit man auch gleich lernt, was Nachwuchs eigentlich bedeutet, gibt es für jedes Kind zwar 350 Lebenspunkte pro Runde (eine Frau bringt 1.500), dafür kosten sie aber auch immer 10 bis 40% des Einkommens (eine Frau kostet erstaunlicherweise nichts).
Ich selber habe “Generation Now” noch nicht gespielt, man liest aber, dass es strategischer und besser als das Orginal sei und man bedenkenlos zu der Neuauflage greifen dürfte. Ich denk mal drüber nach…


Wie soll es heißen? Wie sind schwanger

Aber werden woir doch etwas konkreter. Bei Wir sind schwanger von Amigo ist der Name schon Programm, das Spiel darf aber auch gerne von Unschwangeren Menschen gespielt werden.

schwanger_wirsindschwanger

Die Spieler werden reihum schwanger (ja, auch Männer) und nun geht es darum, einen Vornamen für das Kind zu bewerten. Dafür wird aus einem riesigen Angebot an Vornamenskarten (allein darum schon eine gute Geschenkidee für Schwangere) per Zufall einer bestimmt (dabei gibt es “normale” Name, die meist auf Karten wie “Die Top-Vornamen aus dem Jahre XXXX”, oder “Die ‘aktuellen’ Top-Vornamen aus dem Land XY” oder sehr sehr ausgefallene (und meist sehr sehr schlimme) Namen, die nach Anfangsbuchstabe sortiert sind). Nun müssen alle Spieler diesen Vornamen (in Kombination mit dem echten Nachnamen des Spielers) mit ihren Karten bewerten. Aus einer großen Auswahl an Kriterien (z.B. “Der Name klingt wie ein Produktname”, “So ein Pech – Erst so ein Nachname und dann auch den Vornamen”, “Diesen Namen kann man gut rufen” oder “Der Name klingt wie aus einer fernen Kultur”) muss jeder Spieler 5 wählen. Dabei ist es dann wichtig, dass man Kriterien wählt, die auch andere Spieler wählen (man darf also mit seiner Meinung nicht alleine stehen), aber nicht solche, die jeder gewählt hat.
Ein sehr spaßiges Spiel, dass man auch ganz ohne Kinderwunsch spielen kann. Mit Kinderwunsch kann es aber gleich noch eine Hilfe sein, wobei der Anteil an abstrusen Namen schon sehr hoch ist…


Sieht ja genau aus wie die Mama: Familienbande

Nun macht der Name ja nur den halben Mensch aus, die andere Hälfte wird durch die Gene der Eltern bestimmt. Doch was bekommt das Kind von wem? Wessen Nase bekommt es, welche Augenfarbe? Eine sehr spannende Angelegenheit, die vom Spiel Familienbande von Winning Moves aufgegriffen wurde.

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Hier geht es grob gesagt darum, einen Stammbaum aufzubauen (bzw. mehrere) und die Erbanlagen der Eltern schön weiterzugeben. Hier gibt es Sachen wie “rote Haare”, “dicker Mund”, “Segelohren” oder “schlechte Augen”. Jedem Spieler wurde am Anfang eine dieser Punkte geheim zugelost und sein Ziel ist es nun, eben dieses Erbgut (unauffällig) voran zu bringen und z.B. möglichst viele Brillenträger auf den Tisch zu bringen. Denn gewonnen hat am Ende der, dessen Merkmal sich am weitesten verbreitet hat.
Auffallend bei diesem Spiel ist, wie hässlich doch die Mehrzahl der Menschen aussieht. Ab und an ist nichtmal genau zu sagen, wer denn nun Mann und wer Frau ist (dafür gibt es dann den entsprechend gefärbten Vorhang an den Seiten). Sehr gruselig. Schult aber, dass man vorsichtig sein muss, ob und mit wem man sein Erbgut teilen möchte ;-)


Wer hat noch nicht, wer will nochmal: Fiese Freunde Fette Feten

Diese Frage muss man sich auch bei Fiese Freunde Fette Feten von 2F-Spiele stellen.
Bei diesem sehr verrückten Spiel geht es (ähnlich wie bei dem Spiel des Lebens) darum ein persönliches Leben durchzuspielen und dabei möglichst viele Lebensziele zu erfüllen. Um diese Ziele zu erfüllen, muss man bestimmte Kriterien (z.B. im Bereich der Gesundheit, Traurigkeit oder Gläubigkeit) erfüllen, wozu man oft die Hilfe anderer Spieler benötigt. Diese nimmt man z.B. mit zu einem Fußballspiel, lernt dadurch neue Freunde kennen, wird weniger traurig und alkoholabhängiger (das gleiche gilt auch für den Spieler den man mitnimmt, ob er will oder nicht). Das ganze geht dann auch noch weiter, so dass man sich auch gegenseitig heiratet, schwängert, voneinander scheiden lässt und so weiter. Eine sehr lustige Angelegenheit, die die mangelnde Spieltiefe absolut vergessen lässt.
Und um zum Thema zu kommen: Es gibt hier natürlich auch verschiedene Wege, an Kinder zu kommen. Einmal in der Pubertät (rote Karte: “Das erste Mal (leider ohne Pille)”) und fünfmal im “normalen Leben” (blaue Karten):

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Die Karten zu erklären würde den Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Am linken Rand steht, was man für Voraussetzungen man erfüllen muss, um diese Karte nutzen zu können (z.B. muss man bei “saure Gurken essen” einen Freund haben, mit dem man Sex hatte) und unten erkennt man dann, was das für Folgen hat (in dem Beispiel: Man wird dicker und man selbst und der Partner bekommt ein Baby).
Die grünen Karten sind schließlich Lebensziele. Eines bringt einem ein Kind und nur für die Erfüllung eines einzigen Zieles braucht man dann auch mal ein Baby: “Familie”. Gleichzeitig eines der langweiligsten Ziele (es gibt auch Sachen wie “Beziehungskrüppel”, wo man drei gescheiterte Beziehungen braucht und traurig sein muss (und dann noch trauriger wird), oder “Elvis Imitator”, wo man keine Beziehung haben darf, dafür aber fett und alkoholabhängig sein muss um dann auch noch leicht drogenabhängig zu werden).


Als die Kinder noch Mammutfell trugen: Stone Age

Alkohol und Drogen sind Dinge, die es in de Steinzeit noch nicht gab, Kinder hat man aber trotzdem gekriegt. So auch in Stone Age von Hans im Glück.

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Hier geht es beim Nachwuch dann auch nur darum, seine Figurenanzahl zu erhöhen, um in den nächsten Runden mehr erreichen zu können (entweder werden die schnell erwachsen, oder aber Kinderarbeit war damals noch kein Problem). Und um Nachwuchs zu bekommen, muss man nichts weiter tun, als zwei Figuren in (vor) die private Hütte (ich hätte bei der Steinzeit ja eher mit Höhlen gerechnet…) zu stellen. Und schwups, ist das Kind auch schon da.


Jetzt wirds tierisch: Aquaretto

Ähnlich schnell geht es bei Aquaretto (der meiner Meinung nach besseren Version Zooloretto, welches auf dem auch guten Kartenspiel Coloretto basiert) von Abacusspiele, wo man einen Zoo aufbauen muss.

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Kommen hier zwei zeugungsfähige Tiere unterschiedlichen Geschlechts zusammen in ein Becken (wo immer nur eine Tierart liegt), so gibt es auch sofort Nachwuchs, der ebenfalls im Zoo untergebracht werden muss. Netterweise verzichten die Tiere darauf, den Nachwuchs schon im Transportwagen oder dem Depot zu zeugen…


Alles auf Anfang: Ursuppe

Und wo wir jetzt schon von den Menschen zu den Tieren übergegangen sind, können wir auch noch einen Schritt weiter zurückgehen, zur Ursuppe.
Denn im Spiel Ursuppe von “Spiele von Doris & Frank” geht es darum, mit seinem Amöbenstamm in eben jeder Suppe herumzutreiben, den Genpool zu verbessern und munter immer mehr Amöben in die Suppe zu werfen, die nicht weiter tun, als zu essen, zu kacken und zu treiben (eigentlich wie bei einem ganz normalen Menschenbaby).

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Hört sich sehr einfach an, ist aber das mit Abstand strategischste Spiel der hier vorgestellten, dauert auch gerne mal 1-2 Stunden, ist diese Zeit aber allemal wert. Ein wirklich sehr gutes Spiel, zu dem man sich auch gleich die Erweiterung kaufen sollte, mit der man das Spiel dann auch zu fünft oder sechst spielen kann. Zudem gibt es dort auch neue Gene.

Kommen wir noch zu zwei Spielen, die ich weder besitze (und auch nicht besitzen will) noch kenne, die ich aber bei Recherchen gefunden habe und hier einfach zu gut reinpassen.


Nur noch 3 Zentimeter: Who’s Having This Baby Anyway?

Das erste nennt sich “Who’s Having This Baby Anyway?” und passt thematisch ideal, hat aber den Namen “Spiel” nicht wirklich verdient. Die zugehörige Webseite hält sich zwar bei den Regeln bedeckt, dem amerikanischen Patentsystem sei dank, kann man die aber online inklusive Materialbeschreibung problemlos nachlesen.
Und das geht dann so: Jeder Spieler sucht sich eine Figur aus und stellt sie auf das Startfeld. Die 5 Kartenstapel werden gemischt und ein Startspieler bestimmt. Und in diesem Moment ist dann auch schon entschieden, wer das Spiel gewonnen hat.

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Denn nun deckt reihum jeder Spieler eine Karte von einem der Stapel auf (je nachdem, in welchem Trimester er sich gerade befindet) und liest dann dort nach, wie viele Wochen er weiter vorgehen darf. Gleichzeitig gibt es dann noch eine Information zu wissenswerten Sachen aus dem aktuellen Trimester. Hier mal 2 Beispiele:

Frequent urination is caused by the pressure of the growing baby on the bladder. Mom has such gas, she could be “pull my finger” champion! Blame it on the fresh Vegies and MOVE AHEAD 2 WEEKS.

Dark green, leafy vegetables contain folic acid which prevents birth defects. Dad was kind enough to pick up sparkling grape juice for New Year’s Eve. MOVE AHEAD 2 WEEKS.

So geht das dann bis zur 39. Schwangerschaftswoche, dann geht es zur Entbindung. Hier werden wieder Karten gezogen, nur das man diesmal nicht Wochen vorwärtsrückt, sondern Zentimeter. Hat man eine Öffnung von 10cm erreicht, kriegt man das Baby und hat gewonnen.
Naja. Mag ja lehrreich und lustig sein, aber das hätte man ja auch irgendwie ein wenig besser verpacken können, oder?


Für wen das alles noch zu anspruchsvoll war: Bingo

Nicht viel einfallsreicher ist da das “Storchen-Bingo”, welches man auf einer “Baby Shower”- Party (eine in Amerika übliche Geschenkparty für eine werdende Mutter) spielen soll. Geht halt wie normales Bingo, nur dass auf den Karten Begriffe wie “Rassel”, “Seife” oder “Hebamme” stehen.


3 Kommentare

  1. DiSta sagt

    am 7. Dezember 2009 @ 12:58

    …da fehlt ja noch:

    Totem
    (Queen Games)

    schließlich wird hier per Plättchenwurf entschieden, ob Junge oder Mädchen – es sei man Zaubert, dann kommen aber in der Hütte wirklich nur Jungen zur Welt (oder Mädchen je was man zauberte)…

    …auch Zwillinge können es mittels Zauberei werden….

    nice dice
    Dietmar

  2. donvanone sagt

    am 7. Dezember 2009 @ 13:08

    @DiSta: Ah, danke, kannte ich noch nicht. Passt aber sehr gut, da die Geschlechterfrage hier ja noch gar nicht behandelt wurde.

  3. Christof T sagt

    am 8. Dezember 2009 @ 10:11

    Man könnte auch noch »Im Schatten des Kaisers« hinzufügen. Je nach dem welche Farbe von Aktionskarten man überwiegend nimmt, kriegt man in der nächsten Runde ein Mädchen oder einen Junge. Das Mädchen kann verheiratet werden (ein Plättchen wird von der »Single«-Seite auf die »Paar«-Seite gedreht) oder kommt ins Kloster. Der Junge kommt als 15jähriger ins Spiel. Ansonsten hat das Spiel natürlich eher mit Macht, Prestige und Geld zu tun.

    Gruß
    Christof

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